Shels - Plains Of The Purple Buffalo - Cover
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Shels Plains Of The Purple Buffalo


  • Label: Shels/INDIGO
  • Laufzeit: 77 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Lange Zeit musste auf das zweite Album von *shels gewartet werden, denn bereits in 2007, nicht lang nachdem ihr erstes vollständiges Album „Sea Of The Dying Dhow“ herauskam, wurde die Arbeit am nächsten Album angekündigt. Der Titel wurde ebenfalls bekannt gegeben, „Plains Of The Purple Buffalo“, der aus „Die unendlichen Geschichte“ entnommen wurde. Zu der Zeit konnten die Musiker nicht ahnen, dass die Arbeit am neuen Album tatsächlich eine unendliche Geschichte werden sollte. Ein Festplattenfehler hat die ganze Arbeit und Aufnahmen von zwei Jahren in Luft aufgelöst und damit die Band am Boden zerstört zurück gelassen. Mehdi, der kreative Kopf der Band, hat versucht alles woran er sich erinnern konnte am Tag darauf auf eine Demo zu bannen. Nach weiteren zwei Jahren Arbeit wurde alles zusätzlich komponierte wieder verworfen und die Demo zum Ausgangspunkt des Albums. Was lernen wir daraus? Immer Sicherheitskopien von wichtigen Daten anlegen, denn Datenverlust ereilt einen immer aus heiterem Himmel!

Bereits der erste Song des Albums „Journey To The Plains“ zeigt hervorragend was diese Band auszeichnet, es ist ein ständiges Spiel der Gegensätze, die trotzdem miteinander harmonieren: akustische Passagen treffen auf rockige Ausbrüche; sanfte, dahin fließende Gesänge und Chorelemente auf Momente des Geschreis. Verbunden wird diese Melange durch einen sehr speziellen und eigenen Unterton, eine Art Weltmusikelement, die sich transitiv von Song zu Song fortpflanzt und den Hörer auf dem Weg hypnotisiert, gefangen nimmt und die Musik trotz dieser gegensätzlichen Elemente eine innere Ruhe ausstrahlen lässt. Auch „Plains Of The Purple Buffalo – Part 2” kann durch seine Blasinstrumentenpassagen begeistern. Die Komposition “Atoll” gab es übrigens bisher auf jedem Album von *shels, natürlich auch der EP, die sogar „Laurentian’s Atoll“ heißt. Es ist lediglich ein kleines Zwischenstück, welches mit jedem Mal länger wird.

Diejenigen die *shels bereits kennen, könnten dem Album vorwerfen, dass es sich wie ein Abbild des Erstlings „Sea Of The Dying Dhow“ anhört. Kein Problem werden einige sagen, weil das erste Werk ein sehr gelungenes ist, aber so einfach ist der Sachverhalt dann doch nicht. Mit dem Album ist es wie mit jemanden aus der Familie, den man im Spiegelbild sieht, es ist dieselbe Person, sieht aber doch leicht anders aus, irgendwie unstimmig. Das Album klingt teilweise zu gleichförmig. Es kann passieren, dass man einige Anläufe braucht um in das Album richtig einzusteigen, denn so gut es auch anfängt, so plätschert es an einigen Stellen vor sich hin, wodurch die Konzentration flöten geht und der Rest des Albums plötzlich an einem vorbeirauscht.

Die Länge der CD von 77 Minuten ist schlicht zu viel des Guten. Die Musiker haben sicherlich ihr ganzes Herzblut rein gesteckt und konnten sich daher nicht von einigen Kompositionen lösen, aber es geht nun mal darum die besten Stücke auszuwählen und in ein funktionierendes Ganzes zu verwandeln. Das wurde leider verpasst, denn überall auf „Plains Of The Purple Buffalo“ sind gewisse Längen und sogar ganz überflüssige Musikstücke vorhanden, deren Subtraktion das Album spannender und knackiger gemacht hätte. Das mag durchaus der Entstehungsgeschichte geschuldet sein. Wer *shels noch nicht kennt, der greife bitte zum deutlich besseren ersten Werk „Sea Of The Dying Dhow“.

Anspieltipps:

  • Journey To The Plains
  • Plains Of The Purple Buffalo – Part 2
  • Leaving The Plains

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