Onkel Tom - Nunc Est Bibendum - Cover
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Onkel Tom Nunc Est Bibendum


  • Label: Drakkar/Sony Music
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Tom Angelripper ist wieder als Onkel der Rockgemeinschaft Deutschland unterwegs. Die Arbeiten mit Sodom mussten mal wieder dem Alter Ego weichen. Weisheiten, wie dass das Leben „Wie Das Glas In Meiner Hand“ zersplittern kann sucht man auf „Nunc Est Bibendum“ jedoch vergebens. Onkel Tom will einfach wieder laut, mitsingbar und wenn möglich auch humorvoll oder zumindest beschwingt sein.

Abwechslungsreich wie eh und je präsentiert sich der Altmeister seines Faches so frisch, dass man meint, Campino hätte zum Punk zurückgefunden oder Nachwuchsbands wie Serum 114 haben endlich gelernt gnadenlos zuzuschlagen. Spätestens mit „Wenn Der Zapfhahn Kräht“ oder „Auf Immer Und Ewig“ toben auch die letzten Fans von deutschem, hartem Punk mit einer Prise Metal und nehmen sich gegenseitig in den Arm. „In Junkers Kneipe“ bekommen nach mehr lechzende dann eigentlich schon die Überdosis, wenn es noch ein Schuss Mittelalterflair sein darf. Onkel Tom gibt alles und noch mehr und zündet eine Granate nach der nächsten, die kompromisslos jeden wegjagen, der keine Lust auf krachenden Spaß-Metal hat. Man nimmt dem guten Herrn jede Zeile ab und so sehr man mit dem Kopf schütteln möchte, wenn Angelripper feststellt „Schade, Dass Man Bier Nicht Ficken Kann“, doch die Texte schaffen es immer ihre vulgären Ausflüge textlich zu rechtfertigen.

Natürlich handelt es sich bei „Nunc Est Bibendum“ um keine philosophische Abhandlung und auch nicht um einen romantischen Ausflug für die Ohren. Hier wird in gesunder Härte Bier und Rock gefeiert und allein folkloristisches Frohlocken ist erlaubt, wenn in „Ein Heller Und Ein Batzen“ zur Erheiterung der Massen beigetragen werden soll. Überhaupt dreht sich der Text der Lieder zumeist um den flüssigen Zungenlockerer und so liefert Onkel Tom mit einem Album gleich ein halbes Dutzend neue Trinklieder für Wacken, das auch einen Track gewidmet bekommt, und all die anderen Festivals, die vor lauter Rockmusik nicht Halt machen. Es gibt auf die Mütze, es macht Spaß und wem es nicht gefällt, der soll doch sehen, wo der Pfeffer wächst. Was stimmungsmachenden Metal angeht, hat man seit langem nichts so authentisches und ungekünsteltes mehr gehört. Selbst wem es nicht gefällt, dem sei geraten: „Drink Doch Ene Met“.

Anspieltipps:

  • In Junkers Kneipe
  • Wie Das Glas In Meiner Hand
  • Auf Immer Und Ewig

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