Glen Campbell - Ghost On The Canvas - Cover
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Glen Campbell Ghost On The Canvas


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Glen Campbells musikalische Abschiedsgrüße erfüllen ihren Zweck voll und ganz.

Mit dem Album „Ghost On The Canvas” und der dazugehörigen „Goodbye Tour“ verabschiedet sich Country-Legende und mehrfacher Grammy-Gewinner Glen „Rhinestone Cowboy” Campbell (75) von seinem Publikum. Denn Campbell weiß nicht, wie viel Zeit ihm noch bleibt, da bei ihm Alzheimer diagnostiziert wurde. Also hat der große alte Meister des Country gerufen und mit vielen Freunden und Kollegen wie Jakob Dylan, Paul Westerberg, Chris Isaak, Billy Corgan (The Smashing Pumplins), Brian Setzer, The Dandy Warhols, Rick Nielsen (Cheap Trick), Teddy Thompson, Robert Pollard (Guided By Voices) und Dick Dale ein letztes Studioalbum eingespielt, das von Julian Raymond (Freddie Mercury, The Dandy Warhols, Everclear, Hole, Fastball) produziert wurde.

Wer denkt bei dieser Hintergrundgeschichte nicht an die letzten großartigen Werke von Johnny Cash, die unter der Anleitung von Rick Rubin entstanden? Klar, dahinter steckt sicher auch kommerzielles Kalkül, aber das alles würde nichts bringen, wenn sich die beteiligten Songwriter nicht mächtig ins Zeug legen würden. Kalten Kaffee riecht das Publikum nämlich zehn Meilen gegen den Wind.

Glen Campbells musikalische Abschiedsgrüße erfüllen ihren Zweck voll und ganz. Der Country-Veteran erzählt in den Texten autobiographische Geschichten aus seinem bewegten Leben und spannt den Bogen von den Anfängen seiner Karriere vor über 50 Jahren bis ins Hier und Jetzt. Dabei steht weniger Country Music im Vordergrund, als ein gediegen arrangierter Singer/Songwriter-Unterbau mit Americana-Querverweisen, der gerne von Streichern untermalt wird („Ghost on the canvas”, „There’s no me… without you”) oder auch an die Pforten des großen Bruce Springsteen klopft („It’s your amazing grace“, „Second street north“, „Nothing but the whole wide world“).

Vielfältigkeit ist in diesem Zusammenhang die Devise. So schmeißt das Trio Chris Isaak, Dick Dale und Brian Setzer in „In my arms“ authentische Surfer-Sound-Klänge in die Runde, während Robert Pollard mit „Hold on hope“ und Paul Westerberg mit „Any trouble“ zwei der erhabensten Melodien des Albums präsentieren und damit einen melancholisch-wehmütigen Abschied eines Giganten ermöglichen.

Anspieltipps:

  • Any trouble
  • Hold on hope
  • A better place
  • Ghost on the canvas
  • Nothing but the whole wide world

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