Wilco - The Whole Love - Cover
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Wilco The Whole Love


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 56 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Irgendwie kann es diese Band nicht lassen, sich ständig neu zu erfinden und ihrem Klangkosmos stetig neue Facetten hinzuzufügen.

Endlich gibt es Neues aus dem Wilco-Lager zu vermelden, nachdem die Band ihre bis dato längste Pausen zwischen dem üblichen Album-Tour-Album-Trott einlegte. Mit „The Whole Love” legen Wilco ihr achtes Studioalbum und das dritte in Serie im selben Line-up, das seit dem 2004er Album „A Ghost Is Born“ Bestand hat, vor. Der Longplayer erscheint auf dem neu gegründeten, bandeigenen Label dBpm, nachdem Wilco ihre Musik gut 15 Jahre lang über die Vertriebswege und Label von Warner Musik auf den Markt gebracht haben. Mit diesem Schritt ist die Königsstufe der künstlerischen Freiheit erreicht und der Indie-Status wiederhergestellt. Die Zwänge eines Majorlabels sind endgültig passé.

Das Album wurde von Mastermind Jeff Tweedy, Gitarrist Patrick Sansone und Tom Schick (Rufus Wainwright, Norah Jones, Ryan Adams) produziert und setzt die alte Tradition der sechsköpfigen Gruppe aus Chicago fort, sich auf ihren Werken nicht grundlegend zu wiederholen. So sind Americana bzw. Nu-Country-Spuren nur noch ganz dezent zu vernehmen („Rising red lung”, „Black moon“). An ihre Stelle tritt eine vielschichtige Songsammlung, die sich um Abwechslung nicht nur bemüht, sondern in die Tat umsetzt.

So überrascht schon der siebenminütige Opener „Art of almost” mit elektronischen Klängen und einer Atmosphäre aus dem Radiohead-Baukasten, während „Sunloathe“ mit „The Beatles”-Einflüssen aus der psychedelischen Phase daherkommt. In „I might” hören wir eine „The Doors”-Orgel, „Dawned on me“ entpuppt sich als fröhlicher Popsong und „Born alone“ scheppert mit lauten Rockklängen aus den Boxen. Dazu gibt es feingliedrige Balladen („Open mind“), die handgemacht und natürlich klingen und mit dem auf 12 Minuten Spielzeit ausgewalzten Schlusstrack „One sunday morning“ einen Song, in dem sich schob beim ersten Höreindruck viele schöne Details verstecken.

Auf „The Whole Love“ heißt es aber nicht nur deswegen Hingehört! Denn irgendwie kann es diese Band nicht lassen, sich ständig neu zu erfinden und ihrem Klangkosmos stetig neue Facetten hinzuzufügen. Damit bleibt die Musik von Wilco spannend und auf jeder neuen Platte wunderbar entdeckungswert.

Anspieltipps:

  • Sunloathe
  • Black moon
  • Art of almost
  • One sunday morning
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