Beth Hart & Joe Bonamassa - Don´t Explain - Cover
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Beth Hart & Joe Bonamassa Don´t Explain


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Bonamassa samt Band spielen deutlich seichter als üblich, sehr songdienlich und lassen immer den größtmöglichen Raum für Beths Gesang.

So langsam wird einem Joe Bonamassa unheimlich. Nicht nur jedes Jahr ein Soloalbum mit anschließender Tournee, nebenbei auch noch die Supergroup Black Country Communion mit ähnlichem Programm, jetzt auch noch ein Projekt mit Beth Hart. Nicht dass der Bluesüberflieger bald mit einem Burnout-Syndrom von der Bühnenfläche verschwindet. Es gibt einige Musiker denen das wiederfahren ist, z.B. der Pianist Keith Jarrett konnte einst keine Teetasse mehr in den Händen halten, nachdem ihn seine Konzertimprovisationen seelisch so ausgelaugt haben. Neuestes Beispiel aus dem Nicht-Musik Bereich ist ja Ralf Rangnick, der ex-Trainer von Schalke 04. Hoffentlich wird Kevin Shirley es bei seinem Sprössling nicht dazu kommen lassen. So dramatisch sollte die Situation aber nicht sein, immerhin haben die beiden nur 4 Tage gebraucht um das Album einzuspielen. Dies liegt unter anderem daran, dass es sich „nur“ um Coversongs handelt.

„Don’t Explain“ bietet nicht irgendwelche Cover, sondern einige Soul-Klassiker von Etta James, Billie Holiday und Aretha Franklin, aber mit einem Stück von Melody Gardot auch etwas aktuelles aus dem Vocaljazz-Bereich. Alle Stücke wurden in den Bluesbereich übertragen ohne ihre Soul-Wurzeln leugnen zu können. Bonamassa samt Band spielen deutlich seichter als üblich, sehr songdienlich und lassen immer den größtmöglichen Raum für Beths Gesang. Kaum zu glauben, dass sich das Wunderkind an der Gitarre bis auf einige der Stimmung entsprechende Soli so zurückhält. Zu besonderen Vorkommnisse zählen hierbei bereits die Verwendung einer Slide-Gitarre („Sinner’s Prayer“) oder das Aufdrehen des Verzerrers von Stufe zwei auf vier von zehn („For My Friends“). Die Aufgabenverteilung wird ziemlich strikt eingehalten, Joe singt nur ein einziges Mal im Hintergrund bei „Well, Well“, ansonsten wird alles von Beth Hart dominiert, die eine perfekte Rockröhre besitzt, um dem Blues eine rockig angerauchte Note zu verleihen.

Das Album bewegt sich auf einem ziemlich ausgeglichenen Niveau, wobei besonders „I’d Rather Go Blind“ in seiner ausgedehnten Version inklusive Solo von Bonamassa zu den Höhepunkten des Albums zählt. Auch die zum Abschluss gespielte Ballade „Ain’t No Way“ mit dezenten Streichern im Hintergrund, ähnlich wie „I’ll Take Care Of You“, empfehlen sich als Stücke für ein größeres Publikum. An dieser Stelle könnte wieder die Debatte losgetreten werden, wieso nicht solche Musik als Abwechslung zum allgemeinen Pop-Casting-Gedudel im Radio gespielt wird. Nun, damit landen wir dann bei Verkaufszahlen, von Plattenfirmen gekaufte Quoten wie oft ein Lied am Tag laufen muss, Geld regiert die Welt, Teufelskreislauf und so weiter. Zum Glück gibt es heute auch unabhängige Radiosender im Internet und mehr Möglichkeiten selbst zu bestimmen, was man gerne hören möchte.

Anspieltipps:

  • I’d Rather Go Blind
  • Ain’t No Way
  • I’ll Take Care Of You

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