Saves The Day - Daybreak - Cover
Große Ansicht

Saves The Day Daybreak


  • Label: Razor & Tie
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Saves The Day gehören zu jenen Bands, deren Mitgliederkarussel sich stets weiterdreht. Von der ursprünglichen Formation Mitte der 90er Jahre ist längst nur noch Sänger und Gitarrist Chris Conley übrig geblieben. Das langjährige Mitglied David Soloway ist nach über zehn Jahren 2009 ebenfalls ausgestiegen, womit „Daybreak“ tatsächlich einen neuen Tagesanbruch darstellt. Schließlich ist es das erste Album mit den neuen Mitgliedern Arun Bali (Gitarre), Rodrigo Palma (Bass) und Spencer Peterson (Schlagzeug). „Daybreak“ markiert außerdem den Abschluss einer Trilogie, welche mit den Alben „Sound The Alarm“ (2006) und „Under The Boards“ (2007) begonnen wurde.

Auch inhaltlich geht es für Conley um den Neuanfang, nämlich darum, endlich mit den eigenen Dämonen klarzukommen und neu anzufangen. Die Art, mit der Conley über seine Vergangenheit philosophiert, kommt in allzu vielen Zeilen jedoch mehr als kitschig und verbraucht rüber: „Living without you / Living without love / Is it the life I need?” oder „But now I’m here / Just to hold you / In my heart / Till forever” sind solche Momente, bei denen man gerne die Augen verdrehen möchte.

Das elfminütige, in fünf Kapitel aufgeteilte Titelstück eröffnet das Album. Leider ist nach diesem Lied eigentlich bereits alles gesagt: Hier ist die melancholische, aber trotzige Stimmung des Emo-Genres, kreiert durch Conleys streitbare, helle sowie jungendliche Stimme, einem warm brummelnden Bass, klare Poppunk- und Akustikgitarren und leichte Keyboard-Texturen. Dies sind im groben die Bausteine, aus denen sich ein jeder Track hier zusammensetzt. Durch die eher mäßig geschriebenen Übergänge fühlt sich das Stück jedoch einfach an, als hätte die Band fünf kurze Songs stumpf aneinander gehängt. Solch grobe Fehler im Songwriting erlauben sich Saves The Day auch auf Gesamtlänge leider viel zu oft.

Die Keyboard-Arrangements von „Let It All Go“ oder „E“ klingen nicht nur gefährlich kitschig, sie sind auch schlecht eingearbeitet und abgemischt. Allgemein fällt die Produktion viel zu glatt und wohlklingend aus, ein bisschen mehr Kante hätte den Songs sicher nicht geschadet, gerade wegen des bitteren Inhalts. „Deranged & Desperate” sticht mit seinen nach Modest Mouse klingenden, leiernden Gitarren hervor, endet dann aber doch in einem generischen Poppunk-Refrain. „O“ ist dann die Ballade, die zumindest funktioniert und authentisch klingt: Langsam baut sich der Song auf, mit Akustikgitarre, den Modest Mouse-Gitarren und einem melancholischen Conley. Leider verpufft die Wirkung durch die kurze Spielzeit von zweieinhalb Minuten. Viel besser ist deswegen der Abschluss „Undress Me”, der sich genau diese Eigenheiten schnappt und sie ordentlich ausformuliert. „Chameleon“ bleibt jedoch das Highlight des Albums, wenn es sich fast ausschließlich auf die Akustikgitarren sowie dem ruhigen, subtilen Zusammenspiel aus Bass und Keyboards verlässt, bei einer leicht morbiden Stimmung.

Fans von Bands wie Green Day, Jimmy Eat World, The Get Up Kids, The Promise Ring oder nostalgische 90er Jahre Emo-Rock-Anhänger/innen dürfen hier noch einmal reinhören. „Daybreak“ erlaubt sich jedoch in fast jeglicher Hinsicht zu viele Fehltritte, um gut zu sein. Ein trüber, neuer Tag.

Anspieltipps:

  • Daybreak
  • Deranged & Desperate
  • Chameleon
  • Undress Me

Neue Kritiken im Genre „Rock“
9.5/10

Our Love To Admire (10th Anniversary Edition)
  • 2017    
6.5/10

Mental Jewelry (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Saves The Day“
comments powered by Disqus