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Staind Staind


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit der Band Staind stellt sich eines der letzten Überbleibsel der kurzen Nu-Rock-Epoche mit neuem Label (zumindest in Europa) und dem sicher nicht aus Einfallslosigkeit nach der Band benannten Studioalbum Nummer sieben dem Publikum. Beides könnten Zeichen für einen Neuanfang sein, denn auf ihrem letzten Werk „The Illusion Of Progress“ (09/2008) schien sich die Gruppe selbst nicht sicher zu sein, wohin sie eigentlich will. Dienst nach Vorschrift lautete das damalige Urteil über das Album, dem eine längere Pause folgte, in der Sänger Aaron Lewis seine weiche Seite auf einer Country-Platte („Town Line“, 03/2011) auslebte.

Durch diesen Soloausflug scheint das Balladenpotenzial für „Staind“ bereits verbraucht zu sein, denn die Band hat auf ihrem siebten Album deutlich an Härte zugelegt und den Balladen-Heini-Status merklich runtergeschraubt. Geht es doch einmal in die balladeske Richtung, haben die Gitarren – bis auf eine Ausnahme („Something to remind you“) – wenigstens noch so viel Schmackes, dass der Hörer die rote Karte getrost stecken lassen kann („Throw it all away“, „The bottom“).

Das sind gute Voraussetzungen, um Staind als Rockband wieder ernst nehmen zu können, auch wenn das Quartett natürlich irgendwie in einem stilistischen Korsett gefangen ist, aus dem die Amerikaner auch mit „Staind“ nicht ausbrechen können. Dennoch machen sie das vermeintlich beste aus ihrer Situation. Mike Mushok stimmt seine Gitarre mit Nachdruck in tiefste Regionen („Eyes wide open“), Aaron Lewis brüllt sich entweder die Wut aus dem Leib („Not again“), räubert ziemlich gekonnt bei Alice In Chains („Failing“) oder lässt Rapper Snoop Dogg (!) zu einem kurzen Rap-Part antreten („Wannabe“).

Mit „Staind“ legen die Mannen um Aaron Lewis einen soliden Neustart hin, wobei sich darüber streiten lässt, ob solide für eine Band von diesem Kaliber ausreichend ist. Fakt ist jedenfalls, dass die meisten Stücke des Albums nicht dazu taugen, den Hörer vor Begeisterung umzuhauen. Dafür ist der Wille spürbar, mit Staind eine härtere Linie zu verfolgen und den Balladenkram auf Soloprojekte auszulagern.

Anspieltipps:

  • Now
  • Failing
  • Take a breath
  • Eyes wide open

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