Melanie C - The Sea - Cover
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Melanie C The Sea


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 46 Minuten
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2.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Melanie C. ist auf dem besten Wege, die Senioren- oder Bügeleisencharts anzuführen.

Nachdem „Beautiful Intentions“ (04/2005) nur durch die Verwendung als Titelmelodie für die Telenovela „Julia - Wege zum Glück“ eine unvorhergesehene Gold-Auszeichnung in Deutschland einfahren durfte und der Nachfolger „This Time“ (03/2007) wieder in die kommerziellen Niederungen eines „Reason“ (03/2003) abstürzte, soll der fünfte Longplayer des Ex-Spice Girls mit der offiziellen Hymne zur Frauen-Fußball-WM als Vorbote erneut an Fahrt aufnehmen. Angesichts des fertigen Produkts kann man zwar froh sein, dass sich „The Sea“ nicht auf dieselben Bumm-Bumm-Beats aus der Retorte beschränkt hat, wie es in „Rock me“ der Fall ist, ein gelungenes Album ist das neue Melanie C.-Oeuvre deswegen aber auch nicht geworden.

Dezente Electrosamples in „Think about it“ verorten das ehemalige Gewürzmädel in grassierende David Guetta/The Black Eyed Peas-Sphären, doch bereits das anschließende „Burn“ verspricht den gleichen emotional aufgeladenen Pseudopop, den Melanie C. scheinbar bis ans Ende ihrer Tage auf Platte pressen will. Da helfen keine lachhaften Neufassungen bekannter Songs („Get out of here“ - „Feeling good“ aus dem Musical „The Roar Of The Greasepaint“ oder „Let there be love” - „Liebe ist alles“ von Rosenstolz), angedeutetes lateinamerikanisches Feuer („Weak“), Eurodance-Trash, der wohl aus dem Giftschrank von N*Sync und den Backstreet Boys entwendet wurde („Stupid game“, „Drown“), klaviergetriebene Radioballaden, die nicht einmal aus dem Mund von Adele spannend klingen würden („All about you“) oder seichter, blümchenbestickter Teeniepop („Beautiful mind“, „One by one“), „The Sea“ ist ein Kompendium von längst überholten Popstandards.

Ohne himmelsschreiendes Finale mit Streichern geht gar nichts und wenn nach der dritten Strophe der Song noch nicht zu Ende ist, wird eben wiederholt. Damit ist Melanie C. auf dem besten Wege, die Senioren- oder Bügeleisencharts anzuführen, emanzipierte Hausfrauen suchen jedenfalls woanders. Apropos Emanzipation: Hat sich Miss Chisholm schon einmal überlegt ein Duett mit einem männlichen Gesangspartner anzustimmen, denn der Titeltrack schreit mit seiner düsteren Anlage geradezu nach einem Ville Valo (H.I.M.) oder Nick Holmes (Paradise Lost), der das dünne Japsen der Engländerin in Reibung versetzt. Bis dahin kann die Dame allerdings gerne wieder auf den Meeresboden zurückkehren.

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  • Idiot
  • Hysterical
  • Adams Plane
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