James Morrison - The Awakening - Cover
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James Morrison The Awakening


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Es fällt schwer, einen Track schlecht zu finden, zu souverän gibt sich Morrison seinen Emotionen hin und schafft es, den aktuellen Retro-Soul seinen Stempel aufzudrücken.

Im bekannten Konk Studio in London durfte der Sänger und Songwriter James Morrison die neuen Songs seines dritten Longplayers aufnehmen. Der britische Sänger verarbeitet bei diesem Werk den Tod seines Vaters und die Geburt seiner Tochter Elsie.

Unter der Flagge von Island Records setzt Morrison nun seine musikalischen Erfolge fort. Optisch erinnert er immer noch an Coldplays Sänger Chris Martin, stimmlich begeistert sein heiser-kratziges Organ, kombiniert mit Arrangements, die viel Soul atmen. Das war schon bei den Vorgängeralben so, nur diesmal geht es noch mehr in Richtung Soul und Black Music. Mitverantwortlich ist der Produzent Bernard Butler (Suede, Duffy, Manic Street Preachers), der zusammen mit Songwritern wie Dan Wilson (Jason Mraz, Mika, Keith Urban) und einigen anderen James Morrison unterstützte.

Es beginnt mit „In my dreams“ gewohnt sanft und soulig sowie schwer entspannt und mit zunächst verhaltener Instrumentierung, die auch später vor Violinen nicht Halt macht und einen Soul-Pop freigibt, der von der einzigartigen Stimme des Sängers lebt. Oft agiert Morrison auch an der akustischen Gitarre, womit er dem musikalischen Fahrwasser des Kollegen Aloe Blacc recht nah kommt.

„6 weeks“ stellt ein gutes Beispiel dar. Die Stimme Morrisons geht voller Emotion mit und fasziniert nicht nur an dieser Stelle. Als einziger Gast fungiert Jessie J., die bei „Up“ Morrison unterstützt, was er nicht nötig hat, allerdings ist dieses Duett nicht der beste Track, da fehlt ein wenig der Schwung. „Slave to music“ ist wieder ein Song, der die stimmliche Bandbreite Morrisons demonstriert und mit leicht treibenden Elementen punktet. Es fällt schwer, einen Track schlecht zu finden, zu souverän gibt der Sänger sich seinen Emotionen hin und schafft es, den aktuellen Retro-Soul seinen Stempel aufzudrücken.

Das sehr positive „Beautiful Life“ erfreut den Hörer mit viel Gitarreneinsatz und musikalischer Power, die man sich öfter von Morrison wünscht. Auch bei „Forever“ wird endlich einmal etwas Gas gegeben. Powerballaden liegen Morrison und seiner Stimme einfach mehr, doch ist es erfreulich, wenn er seine Anfänge mit dezent rockigen Elementen nicht vergisst. Zeitweise wirken die Tracks allerdings etwas überproduziert. So wird der Einsatz von Streichern übertrieben und verleiht den Songs zu viel Bombast, den sie gar nicht nötig haben.

Man muss vielleicht einfach in der gewissen Stimmung für diesen Soul-Pop sein, um die Kritik zu relativieren. Noch glänzt Morrison mit viel Talent und überragt die Konkurrenz locker, weil er eben nicht nur bei den Balladen glänzt, sondern auch bei den flotten Songs punktet.

Anspieltipps:

  • 6 weeks
  • Slave to music
  • Say something now
  • Beautiful Life
  • Forever

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