Mucc - Kyutai -Sphere- - Cover
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Mucc Kyutai -Sphere-


  • Label: Gan-Shin/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Gegründet 1997, gehört die japanische Band MUCC definitiv zu den alten Hasen des japanischen Musikmarkts. Seit 2001 bringen sie kontinuierlich jährlich ein neues Album auf den Markt und beweisen damit jedes Jahr Kreativität, ihren ganz persönlichen, unverkennbaren Stil und gleichzeitig eine enorme Wandelbarkeit. Das Grundprinzip mag das gleiche bleiben, denn schnelle Rhythmen, starke Gitarrenriffs und Tatsurous unverwechselbare Stimme sind nicht mehr wegzudenken. Und doch hält jeder Silberling eine Überraschung bereit, einen kleinen Stileinschlag den man zuvor noch nicht kannte und der trotz allem problemlos in das Gesamtkonzept zu passen scheint.

Mit „Kyutai -Sphere-“ liegt nun der neunte Longplayer der Band vor, der in große Fußstapfen treten muss, denn das Vorgängeralbum „Shion“ brachte viele experimentelle Einflüsse wie zum Beispiel Electroklänge mit sich und sorgte entsprechend für gewisses Aufsehen. „Kyutai -Spere-“ entfaltet sich als eher ruhiges Album, natürlich im Vergleich zu vorangegangen Werken gesehen, denn MUCC sind, waren und bleiben hoffentlich immer im Rock/Metalbereich verwurzelt. Dennoch kann man sich der Feststellung nicht ganz verwehren, dass es die Herren schon deutlich mehr krachen haben lassen, was die CD im Gesamtwerk allerdings einmal mehr zu einer erfrischenden Abwechslung werden lässt.

Mit „Sphere“ beginnt der Silberling instrumental und ruhig und baut dadurch eine gewisse düstere, melancholische Stimmung auf, die sich das gesamte Album hindurch zieht. „Howling“ wird zwar ein wenig lauter und besticht mit schnellen Schlagzeugrhythmen und starkem Gitarrensolopart, bleibt aber dennoch in der melancholischen Stimmung des Openers, was sich zuletzt in Tatsurous Gesang widerspiegelt. Vor allem der Choruspart macht den Song gleichzeitig zu einer Ohrwurmnummer.

Auch „Ageha“ verliert diese Grundstimmung nicht, kann allerdings definitiv zu den schnelleren, härteren Tracks des Longplayers gezählt werden. „Hide and Seek“ hält das bisher erreichte Niveau, lässt kleineren Einsatz von Synthesizern durchklingen und überzeugt zudem mit Ohrwurmqualitäten und starken Instrumentalparts. „Heat Devil“ ist schließlich die erste tatsächliche Ballade, in der besonders Tatsurous Stimme ans Herz geht. Abgelöst wird diese von „Lemming“, einem Song der wiederum mit schnellen Schlagzeuglinien und markanten Gitarrenriffs besticht, im Gesang aber gewisse poprockige Elemente durchklingen lässt und so den Track interessant abrundet. „Oz“ vermittelt mit einprägsamer Gitarrenlinie und schnellem Grundtempo einen gewissen Grad an guter Laune, lädt zum tanzen und feiern ein. Synthesizer runden das Gesamtbild dabei ideal zur Partynummer ab. In „Flotage“ überzeugt vor allem Tatsurous Kopfstimme, die einmal mehr das unglaubliche Klangregister des Sängers beweist. „Hymn“ (japanischer Originaltitel „Sanbika“) sorgt schließlich für den überraschendsten Song des Albums.

Der gefühlvolle Track entwickelt sich über ein langes Instrumentalintro und den gefühlvollen Gesang Tatsurous, der schließlich in Zweistimmigkeit zusätzliche Tiefe erlangt. Wieder ist es diese Mischung aus Brust- und Kopfstimme, die einfach nur begeistern kann. Doch die Einflechtung von Bachs „Ave Maria“ ist es, die den Hörer völlig überrascht und die Ballade zu etwas ganz besonderem macht. „Sora to Ito“ ist erneut geprägt durch elektronische und poppige Einflüsse und tanzt damit im Vergleich wahrscheinlich am Meisten aus der Reihe. Die Ballade „hanabi“, die mit ruhigem a-capella-Gesang beginnt und im weiteren Verlauf zunächst nur durch schlichte musikalische Untermalung und Zweitstimme erweitert wird, baut nochmals große Emotionen auf.

Natürlich muss man auch hier nicht auf musikalische Untermalung der gesamten Band verzichten, weshalb der Song sich durchaus rockiger entwickelt als man in den ersten Versen denken mochte. So verabschiedet sich das Album einmal mehr mit einer geglückten Stilmischung und beweist, dass es nicht unbedingt die große Partynummer sein muss, die ein Album im Gedächtnis bleiben lässt, sondern eben die starke Melodie, die sich hartnäckig als Ohrwurm einnistet und so schnell nicht mehr vergessen werden kann.

Anspieltipps:

  • Howling
  • Heat Devil
  • Oz
  • Hymn

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