Switchfoot - Vice Verses - Cover
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Switchfoot Vice Verses


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die große Schwäche der Band ist ihre Oberflächlichkeit.

Seit 14 Jahren rocken sich Switchfoot jetzt schon durch die Alternative-Szene Amerikas und obwohl ihr letztes Album in die Top 20 der US-Charts schoss, sind sie in Europa noch weitestgehend unbekannt. Ihr Stil kann sich getrost mit Hoobastank oder den jüngeren Jimmy Eat World vergleichen, auch wenn die Jungs sich selbst doch eine Stufe härter einschätzen würden. Spätestens mit Balladen wie „Restless“ auf ihrer neuen Platte sind aber auch die Surfer aus Kalifornien erwachsen geworden und geben sich verschmuster und harmonischer denn je. In den USA hat sich der Stilwechsel jetzt schon ausgezahlt. Switchfoot sind jetzt offiziell im Club der Bands, die in die Top10 der amerikanischen Albumcharts gekommen sind.

Das Album selbst nährt sich nicht bloß vom Erfolg des Vorreiters. „Afterlife“ klatscht dem Hörer gleich eine gesunde Portion Alternative-Rock um die Ohren, der gepaart mit „The Original“ ein gefährliches Tag-Team zu Beginn des Albums auf uns loslässt. Zu diesen Tracks werden Fans die Luftgitarren auspacken und sich die Finger wund spielen, bevor mit „The War Inside“ die etwas experimentellere Ader der Band hervorlugt. Neben den eingängigen Rocksongs und den ganz ruhigen Momenten à la „Restless“ oder „Thrive“ gibt es auch echte Popstücke, wie „Blinding Light“, das am Strand gechillt mit Jason Mraz abhängen könnte. Diese Entspannung der härteren Stücke dürfte bei Freunden der lauten Momente für Unmut sorgen, da die Lieder wirklich auf das Radio getrimmt sind, doch so plakativ Switchfoot fürs Radio rocken, spielen sie nun mal auch ihre Popmusik. Incubus lassen grüßen.

Zum Glück können Switchfoot auch noch anders und geben mit „Selling The News“ einen der coolsten Spoken-Word-Rock-Songs dieses Herbstes ab, der natürlich auch wieder durch den Gesang sanft wirkt, sich aber zumindest nicht so in das Radiobeuteschema zwängt, wie es „Restless“ oder „Blinding Light“ vormachen. Ohne wie Lenny Kravitz amerikanisches Musik-Kultur-Gut zu kopieren, bringen Switchfoot zum Glück über das gesamte Album verteilt immer wieder starke Riffs, die The Offspring alle Ehre gemacht hätten. Den Fans gefällt es und auch der objektive Hörer kann sich diesen Alternative-Rock geben.

Die große Schwäche der Band ist allein ihre Oberflächlichkeit. Das Album sprüht vor Abwechslung, doch spätestens nach der Hälfte des Albums ist das Album in seinem Stil festgefahren. Kein Track überrascht und besonders die poplastigen Songs (z.B. „Souvenirs“). Die einzige Überraschung des Albums ist der atmosphärische, liebliche Titeltrack, der jeden Singer/Songwriter vor Neid erblassen lässt. Warum die Band nicht öfter versucht, nicht ganz so Radio geile Melodien auszuspucken, erklärt allein schon die Chartplatzierung der Band. Wenn sie mit diesen Ansprüchen leben können, dann wird der letztendlich doch recht farblose Stil der Truppe sie noch einige Jahre tragen, bis ihr Stil aus der Mode kommt. Mehr trägt diesen Erfolg leider nicht.

Anspieltipps:

  • Afterlife
  • Vice Verses
  • Souvenirs

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