Rise To Remain - City Of Vultures - Cover
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Rise To Remain City Of Vultures


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Jedes Jahr tauchen etliche neue Acts auf, die vergeblich lauthals um die Gunst des Publikums buhlen, doch - Aufgepasst! - jetzt erheben Rise To Remain, hervorgegangen aus Londons stets pulsierender Musikszene, ihre Stimme gen Himmel und präsentieren sich als heißeste und unbestreitbar beste junge Metal-Band, die das Vereinigte Königreich seit vielen Jahren hervorgebracht hat.“ will uns der Pressetext das Debüt „City Of Vultures“ schmackhaft machen, das ganz nebenbei mit der Frucht der Lenden von Iron Maiden-Sänger Bruce Dickinson gesegnet ist und wohl vorrangig deswegen einen Deal mit Major EMI einstreifen konnte, wo ganz zufällig auch die Eisernen Jungfrauen unter Vertrag stehen. Doch sei´s drum. Liest man sich nämlich die Resonanzen, die zu diesem kleinen Detail Stellung nehmen, durch, so könnte man meinen, die familiäre Bande des Engländers schadet den Jungspunden eher als das sie nützt.

Dabei macht Austin Dickinson seine Sache ziemlich gut und sorgt für hohe Variabilität in den Songs, die er mit tiefen Growls, klarer Gesangsstimme oder gelegentlichen Schreien würzt. Abgesehen vom Genre macht es also absolut keinen Sinn Dickinson Junior mit Senior zu vergleichen. Womit Rise To Remain aber definitiv verglichen werden sollten und es offensichtlich auch wollen, sind Trivium und Bullet For My Valentine. Nicht selten fühlt man sich an die walisischen („Illusions“) oder floridianischen („Nothing left“) Herrschaften erinnert, wenn „City Of Vultures“ im Abspielgerät rotiert, obwohl Will Homer (Gitarre), Ben Tovey (Gitarre), Joe Copcutt (Bass) und Pat Lundy (Schlagzeug) nie um kurze Geistesblitze verlegen sind und auch eigenständige Kniffe dem Hörer anbieten. Leider fallen diese in der Dreiviertelstunde des Albums viel zu übersichtlich aus und machen noch lange kein gutes Album.

Da Rise To Remain abgesehen von den Bullet For My Valentine und Trivium-Reminiszenzen, den spärlich gesäten Lichtblicken und einem vielseitigen Sänger jedoch nicht mehr zu bieten haben, sinkt die Halbwertszeit von „City Of Vultures“ schnell ins Bodenlose, was mit langweiliger Stangenware („Talking in whispers“, „God can bleed“, „Power through fear“), pathetischem Gesülze („We will last forever“) oder obligatorischem Balladenschmalz („Roads“) nur noch verstärkt wird. „Ich mag keine Alben, bei denen jeder Song gleich klingt“ lautet die selbsternannte Prämisse der fünf Engländer und diese erfüllen sie gekonnt, allerdings ohne richtig zuzupacken oder den Hörer wirklich zu fordern. Dickinson & Co. wollen irgendwann raus aus dem starren Metalcore-Korsett, das spürt und hört man. Es mangelt lediglich am stillen Aufstieg, am Rotz und dem Ringen nach Beachtung, denn „City Of Vultures“ will mit der Produktion eines Colin Richardson (As I Lay Dying, Chimaira, Devildriver, Fear Factory) und mit Majorlabel im Rücken ohne lästigen Zwischenstopp gleich an die Spitze und dafür sind Rise To Remain im Hinblick auf das vorliegende Songmaterial absolut noch nicht bereit.

Anspieltipps:

  • The Serpent
  • City Of Vultures
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