Noel Gallagher´s High Flying Birds - Noel Gallagher´s High Flying Birds - Cover
Große Ansicht

Noel Gallagher´s High Flying Birds Noel Gallagher´s High Flying Birds


  • Label: Sour Mash Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Noel Gallagher steht wieder voll im Blickpunkt. Trotzdem können seine High Flying Birds mit den Oasis der mittleren 90er Jahre nur schwer mithalten.

Seitdem die BritPop-Götter Oasis endgültig in die ewigen Jagdgründe der Rockmusik eingegangen sind, streiten sich die Gallagher-Brüder Liam und Noel mit ihren Bands Beady Eye und High Flying Birds um die erfolgreiche Nachfolge. Liam (39) und die Ex-Oasis-Musiker Chris Sharrock, Gem Archer und Andy Bell hatten zumindest was das Veröffentlichungstempo angeht die Nase vorn. Ihr Debütwerk „Different Gear, Still Speeding“ erschien bereits im Februar 2001 und erhielt zumindest wohlwollende Kritiken.

Ganz klar: Ohne den Hauptsongwriter Noel Gallagher (44) hätte es ganz schlimm kommen können, wie Liams Kompositionskünste auf den letzten Oasis-Alben gezeigt hatten. Doch „Different Gear, Still Speeding“ stellte solide Kost dar und erreichte einen guten dritten Platz in den UK-Charts, während die Singleauskopplungen alle schwer hinter den Erwartungen zurückblieben.

Nun treten Noel Gallagher’s High Flying Birds mit ihrem gleichnamigen Album quasi gegen Beady Eye an und schon die beiden Vorabsingles konnten sich zufriedenstellender in den Top 20 der UK-Charts platzieren. Sie ebneten den Weg für den Einstieg des Albums auf Platz eins. Aber ist das Album des großen Bruders damit gleichzeitig auch besser als das des kleinen? Das dürfte die zentrale Frage im Vergleich der beiden Werke sein. So hat Liam gesanglich sicher die Nase vorn, auch wenn das Organ von Noel auf keinen Fall zu unterschätzen ist. Kompositorisch hört man dagegen sehr deutlich heraus, wer hinter den großartigen Melodien der ersten drei, vier Oasis-Alben steht. Danach ist Noel Gallagher nämlich auch nicht mehr viel Erstklassiges eingefallen bzw. hat er sich zu sehr zurückgezogen und anderen den Vortritt gelassen.

Jetzt steht Noel wieder voll im Blickpunkt und trotzdem kann „Noel Gallagher’s High Flying Birds” mit den phänomenalen Oasis-Singles der mittleren 90er Jahre nur schwer mithalten, auch wenn starke Songs wie „Everybody’s on the run“ (große Chöre, üppiges Streichorchester), „If had a gun...“ oder auch „Aka... broken arrow“ zumindest dicht an seinen eigenen Großtaten dran sind. Der allerletzte Kick fehlt dann doch.

Wie auch sein kleiner Bruder Liam nutzt Noel Verweise in Richtung Beatles und Kinks besonders üppig aus („Dream on“, „The death of you and me“, „Soldier boys and Jesus freaks“), was ja kein Verbrechen ist, wenn man es gekonnt macht. Damit peppen die Gallaghers ihre Songschreibekunst regelmäßig auf, wobei Noel mit seinem „Solodebüt“ (soll man die beteiligten Studiomusiker wirklich als echte Band bezeichnen?) in einigen Belangen besser abschneidet als Liam mit Beady Eye. Ein Meisterwerk ist allerdings keines der beiden Alben. Dazu fehlt es gänzlich an Klassikern. Eine Handvoll guter (Liam) bis sehr guter Tracks (Noel) finden sich aber auf beiden Scheiben.

Anspieltipps:

  • Dream on
  • If had a gun...
  • Stop the clocks
  • Everybody’s on the run
  • (Stranded on) the wrong beach

Neue Kritiken im Genre „BritPop“
5/10

Can´t Touch Us Now
  • 2016    
Diskutiere über „Noel Gallagher´s High Flying Birds“
comments powered by Disqus