Feist - Metals - Cover
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Feist Metals


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer also auf der Suche nach einem hervorragenden Folk-Pop-Album ist, wird hier fündig.

The Reminder“ war der Abräumer des kanadischen Musikpreises – den Juno Awards – des Jahres 2008. Am Ende von 2007, dem Veröffentlichungsjahr von Feists drittem Album, wurde es vielerorts als eines der besten Popalben der vergangenen zwölf Monate hervorgehoben. Es ist eines jener Alben gewesen, mit denen sich Künstler und Künstlerinnen selbst besonders hohe Marken stecken und so Erwartungshaltungen schaffen, die sie mit Nachfolgewerken nur schwer erreichen können. „Metals“ heißt nun Album Nummer vier, welches jedoch jegliche Erwartungshaltungen mit Leichtigkeit erfüllen dürfte.

Es ist ein Album mit einem hart klingenden Namen, dessen musikalischer Inhalt sich jedoch wieder samtig weich in die Ohrmuscheln kuschelt. „The Bad In Each Other” ist ein weit ausholendes Eröffnungsstück, und doch schafft es Feist irgendwie, den Song keineswegs zu überladen, sondern ihm stets das bisschen Chamber-Pop Flair zu verleihen. Über Schlagzeug und Blues-Gitarre legen sich ungeahnt filigran Bläser- und Streichersatz, im Hintergrund schwingt ein Fagott, zu Feists Stimme gesellt sich, passend zu den Lyrics, ein männlicher Gesangspart: „When good men / and good woman / bring out the worst in each other / the bad in each other.“ Feist schafft Popmusik für den Kopf, die sich einem Hauch von Jazz-Appeal nicht erwähren kann.

Beim Stück „Graveyard“ lässt Feist sich von einem Klavier begleiten, später setzen wieder die Bläser ein, die zusammen mit dem choralen Gesang zunächst anklagen, um dann doch euphorisch zu fordern: „Bring 'em on back to life“. Wie Feist die verschiedenen Instrumente miteinander verwebt, jedes Stück zu einem kleinen Kammerspiel-Kunstwerk formt und es dabei schafft, die Songs atmen zu lassen, ist schlicht beeindruckend. Auch wenn dabei nicht jedes Stück an Höhenflüge wie dem Opener, dem von Stakkato-Streichern geführten „A Commotion“ oder dem Ohrwurm „Circle Married The Line“ heranreicht, bleibt „Metals“ stets auf hohem Niveau.

Feist lässt das Album ruhig ausklingen, wenn sie sich fast nur noch auf Stimme und Akustikgitarre konzentriert. Wie bei „Cicadas And Gulls“, bei welchem sie, wie so oft auf diesem Album, ihre wunderbare Stimme gleich mehrfach auftreten lässt. In „Comfort Me“ kommt Feist Gesangtalent noch einmal besonders gut zur Geltung, wenn sie immer wieder von flüstern zu ausschweifenden Gesang wechselt. „Get It Wrong, Get It Right” beschließt das Album anmutig und graziös. Wer also auf der Suche nach einem hervorragenden Folk-Pop-Album ist, welches für aktive Hörsessions sowie als Hintergrundmusik für den nächsten Nachmittagskaffee geeignet ist, wird hier fündig. „Metals“ ist jedoch eigentlich viel zu wertvoll, um nur als Untermalung zu dienen.

Anspieltipps:

  • The Bad In Each Other
  • A Commotion
  • The Circle Married The Line
  • Comfort Me

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