Fit For An Autopsy - The Process Of Human Extermination - Cover
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Fit For An Autopsy The Process Of Human Extermination


  • Label: Black Market/CARGO
  • Laufzeit: 33 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer Melodien verabscheut und seinen täglichen Bedarf an Heavy / Extreme Metal gerne etwas roher, ungeschliffener und blutiger mag, der darf sich in letzter Zeit wirklich nicht beschweren. Egal ob derbe Grindattacken aus dem Lautsprechern sprudeln (Mumakil, Dying Fetus), moderner Deathcore die Seele peinigt (Trigger The Bloodshed, Molotov Solution, Whitechapel, Job For A Cowboy, Carnifex) oder eine wahnwitzige Mischung dieser beiden Stilrichtungen einen räudigen Bastard generiert (Misery Index, All Shall Perish), harte bzw. besonders harte Gruppierungen schießen nicht nur wie die sprichwörtlichen Schwammerl aus dem Boden, sondern decken zudem einen scheinbar nicht abnehmenden Bedarf an masochistischen Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Mit Fit For An Autopsy klopft der nächste Death/Grindcore-Ableger an die heimischen Wohnzimmertüren und macht mit dem Debüt „The Process Of Human Extermination“ ohne Umschweife klar, dass der Weg an die Spitze nur mit kompromisslosem Scheudertrauma und ohne Klargesang zu bewältigen ist, denn wie die bereits weiter oben erwähnten Gesangsvereine beherrscht auch die 2007 gegründete Deathcore-Kapelle aus New Jersey ihre apokalyptische Mischung aus MG-artigen Doublebasssperrfeuern, knüppelnden Core-Attacken und spritzenden Blutfontänen während der donnernden Breakdowns aus dem Effeff, sodass ein Entkommen ohne Blutergüße oder Prellungen aus dem Moshpit nahezu unmöglich ist.

Ruhephasen gibt es zwar, doch die beschränken sich meist auf die Pause zwischen zwei Tracks, sind geschickt in das Gerüst des jeweiligen Songs eingebunden („The locust“) oder machen sich mit epischen Untertönen bemerkbar („The executioner“). Ansonsten heißt es „Gut Holz!“ und Nate Johnson (Gesang), Will Putney (Gitarre), Pat Sheridan (Gitarre), Charlie Bussaca (Bass) und Brian Mathis (Schlagzeug) lassen einen Deathcore-Bulldozer vom Stapel, dessen Riffs sich unbarmherzig ins Fleisch schneiden („The jackal“) und eine sich in Raserei stürzende Haltung einnehmen, die bestens zur Aggressionsbewältigung dienen, aber stellenweise auch recht stumpf ans Werk gehen. Somit legen Fit For An Autopsy nicht unbedingt die Platte des Jahres vor, aber erfreuen Genre-Fans mit einem kehlezuschnürenden Erstling, der die Truppe immerhin auf die Watchliste bringt.

Anspieltipps:

  • The Jackal
  • The Locust
  • The Juggernaut
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