Boundzound - Ear - Cover
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Boundzound Ear


  • Label: Embassy Of Music/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Molotov“ vermittelt nach sechs Jahren Abstinenz definitiv das richtige Lebenszeichen. Laut, bassgetrieben und mit einem eingängigen Rockriff ausgestattet springt einem der Vorgeschmack für das kommende Album von Seeed förmlich ins Gesicht um gute Laune zu verbreiten. Damit den Fans das Warten nicht so schwer fällt, hat sich Demba Nabé alias Boundzound alias Ear erbarmt, nach seinem recht eigenwilligen und reichlich sperrigen, selbstbetiteltem Debüt (04/2007), ein Zweites nachzulegen. „EAR“ atmet jedoch erneut weder die Spritzigkeit von Boundzounds Stammformation, noch erreicht der Berliner die auf allen Ebenen perfekte Symbiose aus Text und Musik, die sein Seeed-Kollege Peter Fox alias Enuff mit „Stadtaffe“ (09/2008) anzubieten vermochte.

Schon allein das einleitende Zitat zum Pressetext zu „EAR“ („Boundzound ist der Familienname. Er verweilt im jungen Alter eines alten Jungen unserer Zeitrechnung. Ausgestattet mit dem Singalaritätskompass und der Anziehungskraft schwarzer Löcher entgeht ihm nur wenig. Boundzound reist überall ein, aber nie aus. Seine Rocktorarbeit bleibt Lebenselixier für Fossilen und Zentrum gegen Elipsilepsie für Supernova.“) will nicht plumpe Aufmerksamkeit erregen, sondern zum Nachdenken oder Philosophieren anregen, was nicht nur in den vertrackten, selten stringenten Songs der Fall ist, sondern auch im Artwork und in der lyrischen Ausdrucksweise von Demba zum Ausdruck kommt. Mit diesem vielschichtigen Konstrukt erinnert Boundzound an eine intellektuell aufgeladene Fassung von normalen Seeed-Tracks, den Spaß muss man sich dafür meist selber suchen.

Nicht selten tritt auf „EAR“ nämlich der Fall ein, dass der Anfang eines Stücks als positiv wahrgenommen wird, dann aber plötzlich zu Durchdrehen beginnt und dem Hörer etwa aggressive Parolen in in die Ohren geschrien werden, wie es z.B. in „Bang“ der Fall ist. Im Gegensatz dazu erklingen mit „Cool“ oder „Love loaded gun“ relaxte Soulnummern, die in roten Samt gehüllt jede Loungeparty zum Schwitzen bringen würden, während in „Roundclub“ der Titel zum Programm auserkoren wird und in eine einschläfernde Dauerschleife versinkt. Dancehall erprobte Tracks wie „Doku (Dezzo Remix)“ oder „Trust“ machen hingegen Laune, sind aber schlichtweg Mangelware. Nach 50 Minuten will man folglich nur mehr das Eine: Ear wieder in trauter Umgebung gemeinsam mit Seeed auf der Bühne stehen sehen.

Anspieltipps:

  • Cool
  • Fast Life
  • Love Loaded Gun
  • Doku (Dezzo Remix)

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