Biohazard - Reborn In Defiance - Cover
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Biohazard Reborn In Defiance


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die letzten beiden Biohazard-Alben „Kill Or Be Killed“ (01/2003) und „Means To An End“ (08/2005) wurden zurecht in Fankreisen verschmäht und von der Presse als uninspiriert und altbacken abgestraft, was die Auflösung Anfang 2006 der in den 90er Jahren äußerst erfolgreichen und einflussreichen Hardcore-Kapelle zur Folge hatte. Als zwei Jahre später die Kunde einer Reunion im Zuge mehrerer Festivalauftritte und Jubiläumskonzerte die Runde machte, hielt sich die Euphorie selbstredend in Grenzen und auch Hinweise auf Nachschub, der in der Originalbesetzung (Billy Graziadei (Gesang, Gitarre), Evan Seinfeld (Gesang, Bass), Bobby Hambel (Gitarre) und Danny Schuler am Schlagzeug) eingespielt werden sollte, war nicht derartig groß, das „Reborn In Defiance“ nun notwendigerweise bei Metalmajor Nuclear Blast seine Schwingen ausbreiten musste.

Doch sei´s wie es sei. Nach den 55 Minuten des neunten Biohazard-Longplayers ist man sich ohnehin bewusst: Klassiker wie „Urban Discipline“ (11/1992) schreiben die Jungs keine mehr und daher ist es ziemlich wurscht, wo das Ding letztendlich erscheint! Graziadei & Co. werfen zwar noch mit mehreren Wutbolzen um sich („Reborn“, „Skullcrusher“, „Vengeance is mine“), setzen auf melodische Ausläufer im aggressiven Klangkleid („Decay“) oder legen Doom/Sludge-Derivate („You were wrong“) und an normales Heavy Metal-Gut erinnernde Tracks vor („Waste away“), von Fremdschämmomenten bleiben wir deswegen 2012 allerdings nicht verschont. Okay, die beiden Instrumentals „9:Iiix6.941” und „Season the sky“ sollen trotz ihrer Belanglosigkeit dem Ein- und Ausklang der Platte dienen, doch was Biohazard mit Balladenquatsch wie „Vows of redemption“ bezwecken wollen, soll mir mal einer der vier Herren erklären.

Glücklicherweise legen die New Yorker abgesehen von solchem Unfug mit „Come alive“ noch eine knackige Nummer mit Gänsehaut-Gangshouts vor, offenbaren mit den atmosphärisch-dreckigen, vor sich hin grummelnden und mit auffallender Gitarrenarbeit ausgestatteten Tracks „Killing me“ und „Countdown doom“ das beste Songwriting seit einer gefühlten Dekade und widmen sich auf „Never give in“ einer Art Überlebenshymne, dessen Credo „Never give up, never give in / I never quit, I won´t be broken / Never give up, never give in / Life is short, I´m here to win“ wohl auch während der Entstehung von „Reborn In Defiance“ im Studio herum geschwirrt ist. Somit ist den vier Herren aus Brooklyn schon fast eine kleine Sensation gelungen: Album Nummer 9 ist nämlich keine weitere vergessenswerte Platte in der Diskographie der ehemaligen Hardcore-Helden geworden, sondern ein souveräner Longplayer mit ein paar ordentlichen Krachern für das Wohnzimmer und die anstehende Tour. Wer hätte das gedacht?

Anspieltipps:

  • Killing Me
  • Come Alive
  • Never Give In
  • Countdown Doom

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