Erasure - Tomorrow´s World - Cover
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Erasure Tomorrow´s World


  • Label: Mute/EMI
  • Laufzeit: 31 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Anbiederung an aktuelle Trends, die für Erasure absolut durchschnittlich endet.

Auf dem Höhepunkt der Karriere aufhören, das ist ein guter Vorsatz. Der gilt auch für Musiker oder doch nicht? Ein paar Beispiele gibt es ja, die nie aufhören dürfen, aber gilt das auch für Pop-Duo Erasure? Vince Clark und Andy Bell haben Höhen und Tiefen hinter sich gebracht und nie aufgegeben, ihre Keyboard-Musik mit unverwechselbarer Stimme unter die Leute zu bringen. Wenn man ihr neues Album, welches in Zusammenarbeit mit dem angesagten Produzenten Frank Music (Lady Gaga) entstand, so hört, möchte man aber meinen: Jetzt ist es aber gut, denn von den Stärken des Duos, exzellente Popsongs zu komponieren, ist dank Stimmverzerrer und beat-technischer Einfallslosigkeit fast nichts übrig geblieben. Natürlich kann man nicht jeden Tag so einen Gassenhauer wie „A little Respect“ oder „Sometimes“ komponieren, doch gehen Erasure hier als Abziehbild der heutigen Electro-Pop-Welle unter, die sie einst angeführt haben.

Der Startsong „Be with you“ stampft mit immer gleichem Rhythmus voran und Bells Stimme kann sie auch nicht retten. Die nur 31 Minuten Spielzeit der gesamten CD vergehen wie im Fluge, aber leider nicht weil die Tracks die nötige Qualität besitzen. „What will I say when you're gone“ konzentriert sich etwas mehr auf die Performerqualitäten von Andy Bell, dennoch klatschen Erasure und ihr hipper Produzent zu viele Effekte und Keyboardgewitter darauf, der Song gehört aber zu den Besseren. Ebenso enttäuscht „When I Start To (Break It All Down)“ im Gegensatz zum Rest nicht und könnte durch zugegebenermaßen vorhandene Eingängigkeit und die stimmliche Präsenz des Frontmannes sogar ein Charterfolg werden.

Den guten Schlusspunkt setzt „Just When I Thought It Was Ending“, welches Andy Bell wieder obenauf gegenüber den Keyboardteppichen und Beats zeigt und sogar eine brauchbare Melodie aufblitzen lässt. Wer solche Electro-Pop-Langweiler wie „I lose myself“ oder „Then I go twisting“, für das sich Lady Gaga schämen würde, präsentiert, sollte wirklich nochmal darüber nachdenken, ob Alben wie das als Geheimtipp geltende akustische „Union Street“ nicht das bessere Alterswerk darstellen, als diese Anbiederung an aktuelle Trends, die für Erasure absolut durchschnittlich endet.

Anspieltipps:

  • What Will I Say When You're Gone?
  • When I Start To (Break It All Down)
  • Just When I Thought It Was Ending

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