Soundtrack - What A Man - Cover
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Soundtrack What A Man


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Gute Idee: Einen Kultsong zum tragenden Element eines Films machen. Schlechte Idee: Dieses Lied total „verwursten“, wie man neudeutsch auch gerne sagt, und in völlig unpassender Form als Titeltrack vermarkten. Nein, die Rede ist nicht von der Neuverfilmung des Musicals „Footlose“, die mit HipHop- und R'n'B-Flair alt eingesessenen Fans die Nackenhaare zu Berge stehen lässt. Wir sprechen von der harmlosen Hochglanzoptikkomödie „What A Man“ mit Matthias Schweighöfer, der sein Potenzial dem Kassenerfolg zu Liebe opfert. Die eigentliche Diskussion um den Film um Beziehungsprobleme mit jungen deutschen Schauspielern soll aber auf anderen Portalen geführt werden. Hier ziehen wir andere Zähne, wie zum Beispiel Lenas Adaption des Evergreens „Whatta Man“, der auch schon von Salt'N'Pepa gecovert wurde.

Der Soundtrack zu „What A Man“ bietet zu 90% genau das, was man sich von einem seichten Beziehungsfilm wünscht. Singles, die alle schon mal die Charts umarmt und ein offizielles Video als Erfahrungswerte vorweisen können. Bloß kein Risiko eingehen und dann so tun, als ob Barcelona mit „Get Up“ oder Ben L'Oncle Soul mit „Mon Amour“ richtige Geheimtipps seien, da ihre Klickzahlen bei großen Internetseiten „nur“ im fünfstelligen Bereich sind. Insgesamt bietet der Soundtrack so viele Überraschungen wie das deutsche Fernsehprogramm am frühen Nachmittag.

Zumindest kann man der Auswahl aber zugute halten, dass das leidige, aber endlose Thema Liebe in allen Facetten aufgegriffen wird. Jazz, Folk, Americana (wenn auch völlig deplatziert in Lenas Remake „What A Man“), Pop, Rock, Singer/Songwriter oder Dance sind die vielen Elemente, die in dem Film für Abwechslung im Hintergrund sorgen sollen. Ähnlich wie bei den Genre-Vorreitern „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“ verkommen die allein stehend guten Songs im Film natürlich immer wieder zu Fahrstuhlmusik. Auf dem Album müssen sich lediglich Lenas Titeltrack und Timothys „Timmy Wears Prada“ diesen Vorwurf gefallen lassen. Besonders im Vergleich mit dem - ebenfalls auf dem Album vorhandenen - Original wird die Inszenierung des Remakes immer zweifelhafter.

Für einen Überblick über (recht) aktuelle Liebeslieder aller Art ist der „What A Man“-Soundtrack eine oberflächliche, aber diverse Fundgrube, die mit William Fitzsimmons, Jonothan Jeremiah und besonders Adiam Dymott – die mit „Miss You“ einen tanzbaren Rocksong mit Sexappeal liefert – einige lohnenswerte Klangausflüge verspricht, wenn man sie denn nicht längst kennt.

Anspieltipps:

  • Jonathan Jeremiah - Happiness
  • Adiam Dymott – Miss You
  • Salt 'N Pepa – Whatta Man

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