Vader - Welcome To The Morbid Reich - Cover
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Vader Welcome To The Morbid Reich


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Trotz unzähliger Umbesetzungen hält Vader-Gründer Piotr Wiwczarek (Gesang, Gitarre) die Zügel des polnischen Death Metal-Urgesteins sicher in der Hand und legt mit „Welcome To The Morbid Reich“ nicht nur den bereits neunten Langspieler vor, sondern spielt zusätzlich auf die dritte Demo „The Morbid Reich“ aus dem Jahre 1990 an, die mit etwa 10.000 verkauften Einheiten den Durchbruch für die Todeskapelle bedeutete, obwohl sich im Vergleich zu heute natürlich einiges getan hat und die Herrschaften damals wesentlich ungehobelter aus den Boxen krachten. Für das bald bevorstehende 30jährige Jubiläum ist das jedenfalls ein dezenter Hinweis.

Noch ist es aber nicht so weit und Wiwczarek darf vorher gemeinsam mit Marek Pajak (Gitarre), Tomasz Halicki (Bass) und Pawel Jaroszewicz (Schlagzeug) das Wohnzimmer mit der Riffstichsäge und dem Doublebassbulldozer in seine Einzelteile zerlegen. Bevor das polnische Abrisskommando jedoch loslegt, suhlt sich das eröffnende Instrumental „Ultima thule“ als soundtrackartiges Gebilde in epischen Gefilden und erst nach einer dreiviertel Dimmu Borgir-Gedenkminute, prügelt der Titeltrack dem Hörer sämtliche Organe aus dem Leib, was in weiterer Folge „The black eye“ ebenfalls nicht davon abhält das wütende Death Metal-Ungetüm zu mimen.

Dass es aber nicht nur stur einen in die Nüße gibt, dafür sorgen Tracks wie das anfänglich noch recht harmlos beginnende „Come and see my sacrifice“, das sich zwischendurch in wilde Raserei steigert, nur um letztendlich die Groove-Keule auszupacken und dem arglosen Hörer mächtig eine drüber zu ziehen oder das mit symphonischen Elementen ausgestattete „I am who feasts upon your soul“ welches so manchen Track auf „Abrahadabra“ mächtig blass aussehen lässt. Zur Abwechslung tragen aber auch die schon an der Länge ersichtlichen Dampframmen „Only hell knows“, „Lord of thorns“ und „Decapitated saints“ bei, die als technische Nackenbrecher in ihren meist nicht viel mehr als zwei Minuten als donnernde Vorschlaghämmer durch den Vorgarten zischen.

Mit „They are coming“ gibt es, kurz bevor der gedrosselte Bulldozer „Black velvet and skulls of steel“ die Platte beschließt, noch einmal eine Art Filmmusikbeitrag. Besonders störend ist dies aber nicht, da so immerhin die benötigte Pause zwischen dem unkontrollierbaren, an Slayers „Necrophobic“ erinnernden „Decapitated saints“ und dem walzenden Albumender stimmungsvoll genutzt wurde. Daher bleibt, wie nicht anders zu erwarten, bei Vader alles beim Alten und „Welcome To The Morbid Reich“ eine klare Anlaufstelle für alle Death Metal-Fans, die es gerne schnell und blutig haben, denn wo sich z.B. Morbid Angel auf ihre alten Tage zu weit aus dem Fenster lehnen, machen Vader es erst gar nicht auf. Gut so!

Anspieltipps:

  • Only Hell Knows
  • Decapitated Saints
  • Come And See My Sacrifice
  • I Am Who Feasts Upon Your Soul

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