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Udo Lindenberg MTV Unplugged: Live Aus Dem Hotel Atlantic


  • Label: Starwatch/WEA
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Als achter deutscher Act nach u.a. Sido, Die Toten Hosen, Herbert Grönemeyer und Sportfreunde Stiller spielte Udo Lindenberg ein MTV-Unplugged-Konzert ein.

Für gut und gerne 25 Jahre, von Anfang der 70er bis in die frühen 90er Jahre, zählte Udo Lindenberg (65) zu den wichtigsten Pop/Rock-Musikern dieses Landes, ehe er für eine längere Zeit in der künstlerischen Bedeutungslosigkeit verschwand. Erst mit dem „Stark Wie Zwei“-Album (03/2008), seinem insgesamt vierzigsten, gelang dem gebürtigen Gronauer ein starkes Comeback, das bis dato mit fünf Goldenen Schallplatten ausgezeichnet wurde.

Jetzt erhält der Panik-Rocker den verdienten Karriere-Ritterschlag: Als achter deutscher Act nach u.a. Sido, Die Toten Hosen, Herbert Grönemeyer und Sportfreunde Stiller spielte Udo Lindenberg ein MTV-Unplugged-Konzert ein. An vier Abenden im Mai und Juni 2011 wurde in den nachgebauten Kulissen des Hotel Atlantic in der Hamburger Kulturfabrik Kampnagel für MTV aufgezeichnet und mit vielen Bühnengästen wie (u.a.) Max Herre, Martin Tingvall, Inga Humpe, Jan Delay, Stefan Raab, Clueso und Jennifer Weist (Jennifer Rostock) gesungen und gefeiert.

Das Ergebnis liegt nun in zwei verschiedenen Ausgaben vor: Eine 13 Songs umfassende Einzel-CD, auf der sämtliche Duette mit den Gaststars am Stück verbraten werden sowie ein 24 Tracks umfassendes Doppelalbum („Doppelzimmer Edition“), das getrost als die bessere Investition angesehen werden darf. Denn darauf ist die Auswahl aus 40 Karrierejahren noch bunter, geschichtsträchtiger und ausgewogener. Die Masche mit den Duetten wurde schließlich schon auf „Stark Wie Zwei“ weitgehend ausgereizt und reduziert Udo Lindenberg auf seinem eigenen „Unplugged“-Album zum Gast der Gäste.

Was ursprünglich als „Unplugged“-Gedanke an den Start ging, nämlich Songs zu entrümpeln und in neuen akustischen Arrangements zu spielen, ist in all den Jahren etwas auf der Strecke geblieben. Inzwischen klingen „Unplugged“-Auftritte so druckvoll und fett, dass es Singleauskopplungen gibt, die im Radio rauf und runter gespielt werden. Dazu kommt nicht selten die Unterstützung von Orchestern und Horden von Backgroundsängern. Udo Lindenberg macht dies nicht anders, verzichtet aber auf das Brimborium, das viele seiner Vorgänger aufgefahren haben. Auch die Auswahl der Songs ist gelungen, was bei rund 700 geschriebenen Liedern in 40 Jahren nicht einfach ist, fällt die Wahl doch häufig auf die üblichen Verdächtigen zurück.

In der „Doppelzimmer Edition“ – und nur in dieser! – geht die Saat am besten auf, auch wenn schöne Ideen, wie den Song „Reeperbahn“, der auf Basis des Beatles-Klassikers „Penny Lane“ entstand, mit den Gitarrenlicks von „What’s it like“ (Everlast) zu ergänzen oder „Cello“ mit einem leichten Reggae-Rhythmus zu versehen, zu selten vorkommen. Sei’s drum! Udo Lindenbergs „Unplugged“-Darbietung ist dennoch eine späte Krönung seiner Karriere!

Anspieltipps:

  • Horizont
  • Mein Ding
  • Das Leben
  • Reeperbahn 2011
  • Honky Tonky Show
  • Gegen die Strömung
  • Leider nur ein Vakuum
  • Alles klar auf der Andrea Doria

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