Marketa Irglova - Anar - Cover
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Marketa Irglova Anar


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf einer Länge von zwölf Nummern eine Vorstellung auf hohem Niveau ohne eklatante Tiefpunkte, allerdings auch ohne hervorstechende Höhepunkte.

„Moment, die Stimme kenne ich doch?“ Möglicherweise denkt der eine oder andere so, wenn er die Klänge von „Anar“ hört, den Namen Marketa Irglova jedoch nicht unmittelbar zuordnen kann. „Stimmt“ möchte man antworten. Den meisten dürfte die tschechische Sängerin als eine Hälfte der oscarprämierten The Swell Season ein Begriff sein. Das Duo hatte seinerzeit mit dem Song „Falling Slowly“ einen Oscar für den Film „Once“ eingefahren. Das sind mehr als solide Lorbeeren, die nun im zarten Alter von 23 Jahren den Boden für Irglovas erste Soloalbum bereiten. Und wenn dann noch – wie geschehen – ein Auftritt bei den Simpsons dazu gekommen ist, dann kann man ja schon fast nicht noch mehr erreichen …

Es sind die großen Themen, die Marketa Irglova hier anpackt. Nach „Liebe“, „Verlust“ und „Melancholie“ muss man hier nicht lange suchen. Unzählige Male besungen und gehört, doch gleichsam einige der zentralen Eckpfeiler der ewig jungen Disziplin des Pop und Rock. „Too soon is as bad as too late, yet/here we are, and was it no fake/that brought you to me, that brought me to you?“ Wenn solche Zeilen in Klänge wie im gelungenen „Divine Timing“ eingebettet sind, dann passt der sprichwörtliche Topf zum Deckel. Ein anderes bekanntes Sprichwort lautet „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Irglova hält sich daran und lotet ihre Vorliebe für zarte Songs im schwerpunktmäßigen Klaviergewand aus. Zwar gibt es hier dezente Schlagzeugrhythmen und neben Gitarrenklängen kann man auch Cello und diverse Blasinstrumente ausmachen, aber der musikalische Markenkern wird auf den Tasten buchstabiert. Daran ändern auch vom R&B angehauchte Ausreißer wie „Go Back“ nichts.

Auf einer Länge von zwölf Nummern ist das eine Vorstellung auf hohem Niveau und ohne eklatante Tiefpunkte, allerdings auch ohne hervorstechende Höhepunkte. Was fehlt ist ein bisschen mehr Vielfalt und ein bis zwei echte Zugpferde. Unterm Strich beweist Anar jedoch, dass Marketa Irglova auch außerhalb der Formation The Swell Season ihre Kreativität gekonnt auslebt, auch wenn die Qualität der Summe aus Irglova und Glen Hansard als der zweiten Hälfte des besagten Duos nicht erreicht.

Anspieltipps:

  • We Are Good
  • Crossroads
  • Go Back
  • Divine Timing
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