Maria Mena - Viktoria - Cover
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Maria Mena Viktoria


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Insgesamt überrascht Maria Mena durchgehend positiv und lässt kein schlechtes Haar/Lied an ihrem neuen Output.

Lene Marlin hat 2009 zuletzt daran erinnert, wie britisch Skandinavier klingen können. Jetzt ist wieder Norwegens Top-Export Maria Mena an der Reihe und offenbart mit „Viktoria“ einen weiteren Schritt zum Erwachsenwerden. Mit dem neuen Silberling legt die 25-Jährige ihr Mädchendasein ab und stellt sich der modernen Popmusik. Weder auf die Poparrangements samt Streicher oder ihre sanfte Stimme muss man dabei verzichten. Soll man tatsächlich daran glauben, dass Popmusik noch mehr ist, als eine hitverdächtige Melodie, die sich bis zum Erbrechen wiederholt?

„Viktoria“ wird mit dem gleichnamigen Titeltrack zauberhaft eröffnet. Fragil, teilweise minimalistisch singt die Osloerin eine Freundschaftshymne der leisen Sorte. Wie man so ein berührendes Arrangement noch ein wenig pompöser aufzieht, ohne dabei seine Seele zu verlieren, zeigen „Homeless“ oder „The Art Of Forgiveness“, wobei besonders Letzteres all die großen Chartsmasher alt aussehen lässt. Was Maria Mena hier im Duett mit dem Dänen Mads Langer bietet gibt ganzen Wasserfällen freien Lauf.

Das besondere an Mena ist allerdings ihre Vorliebe für dunkle Arrangements. Was in anderen Teilen dieser Erde als Emo-Pop geschimpft werden könnte, ist einfach nur Pop, der nicht nur versucht, den Sonnenschein in Regenbogenzucker zu verwandeln (dessen sich Maria allerdings in „My Heart Still Beats“ ebenfalls schuldig bekennt). „Homeless“, „This Too Shall Pass“ und das Feuerwerk an Ende durch „Secrets“ und „Am I Supposed To Apologize?“ sind Popsongs, die einem noch einen Schauer den Rücken runter laufen lassen. Das ist das große Kino, das die breite Masse wieder schätzen lernen muss. Leider, aber auch zu ihrem Besten lenkt die Norwegerin mit Lilly Allen und Konsorten ein und bringt mit „It Took Me By Surprise“ ihren Nachweis für tauglichen R&-Pop.

Insgesamt überrascht Maria Mena durchgehend positiv und lässt kein schlechtes Haar/Lied an ihrem neuen Output. Hier findet kein Ausverkauf der Sängerin über äußere Reize statt und auch die Musik bleibt in der eigenen Spur, anstatt sich hier und da nur auszuborgen. Da macht man sich Sorgen um das nächste Aura Dione-Album, welches mit splitternackter Sängerin die Massen gewinnen will. Kompensiert da jemand etwa irgendwas? Bei Mena sucht man nach solchen Entschuldigungen vergebens und freut sich über eine wahre Seltenheit: Richtig gute Popmusik.

Anspieltipps:

  • Viktoria
  • Am I Supposed To Apologize?
  • The Art Of Forgiveness

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