Cradle Of Filth - Evermore Darkly - Cover
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Evermore Darkly


  • Label: Peaceville/EDEL
  • Laufzeit: 147 Minuten
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7/10 Unsere Wertung
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein neues Cradle Of Filth-Album in Händen halten zu können, ist immer etwas Besonderes, erwartet den Hörer schließlich stets eine düstere Atmosphäre und eine Spirale aus Sex („Darkly, Darkly, Venus Aversa“ vom Oktober 2010), unterschiedlichsten Obessionen („Nymphetamine“ vom September 2004) oder mystischem und okkultem Zeug (trifft so gut wie auf alle Cradle Of Filth-Alben zu), die in ein geschwärztes Metalkleid gesteckt wird um anschließend auf faszinierende Art und Weise durch ein Orchester veredelt zu werden. Da Mastermind Dani Filth abseits des herkömmlichen Veröffentlichungsrhythmus aber nicht an Urlaub denkt, gewährt er uns in unregelmäßigen Abständen einen tieferen Einblick in das Schaffen von Cradle Of Filth und veröffentlicht EPs wie z.B. „Bitter Suites To Succubi“ (05/2001), Live-Material („Peace Through Superior Firepower“ vom November 2005) oder überhaupt sinistre Belletristik („Das Kompendium der dunklen Künste“).

Mit „Evermore Darkly“ erscheint nun die vierte EP im Schaffen der Black Metal Band, obwohl die Kategorisierung als solche anhand der stolzen Laufzeit von 147 Minuten reichlich untertrieben scheint, speisen andere Bands den Käufer nämlich schon mal mit mageren 10 - 15 Minuten ab. Doch ist dieser fast 2 1/2 stündige Umfang überhaupt sinnvoll genutzt? Nun, die zwei exklusiven Tracks „Transmission from hell“ und „Thanks your lucky stars“ machen keinen schlechten Eindruck, doch da die erste Nummer im Kern nur eine verstörende Einleitung ist und letztere als rasendes Ungetüm in der Diskographie der Briten bei weitem keine Seltenheit mehr darstellt (vgl. „Dirge inferno“ oder „Shat out of hell“), liegen die weitaus positiveren Aspekte in den Demoversionen bzw. in den erweiterten Fassungen der „Darkly, Darkly, Venus Aversa“-Nummern.

Gerade die beiden Demos zu „The spawn of love and war“ und „The persecution song“ bereichern die bekannten Fassungen um eine rohe, ungleich härtere Ader, die fernab vom polierten Bombast der Studioaufnahmen einzuordnen sind, während die Extended Version von „Lilith immaculate“ durch einen eingeschobenen Instrumentalpart deutlich mehr Luft zum Atmen bekommt. Ausschließlich für clubaffine Metalheads präsentiert sich hingegen der pumpende Remix zu „Forgive me father (I have sinned)“, während „Summer dyin´ fast“ einen Vorgeschmack auf die kommende Zusammenstellung „Midnight In The Labyrinth“ gibt, die bestimmte Cradle Of Filth-Stücke der ersten drei Alben als orchestrale Fassungen auf einem Longplayer vereinen will. Das Interesse an dieser Veröffentlichung ist somit geweckt.

„Evermore Darkly“ ist aber noch eine DVD beigefügt, die vollgestopfter nicht sein könnte. Zuerst darf sich der geneigte Käufer über einen Konzertmitschnitt vom 25. Juni 2011 vom Graspop Festival freuen, dann gibt es eine 3/4 stündige Dokumentation namens „You can´t polish a turd, but you can roll it in glitter“, die die Band augenzwinkernd Backstage, On Stage und überall sonst im wahrsten Sinne des Wortes ungeschminkt zeigt, und zum Schluss gibt es noch das Video zu „Lilith immaculate“. Wer also nicht genug von Dani Filth und seinen Mannen bekommen kann, der sollte nicht lange grübeln und sich „Evermore Darkly“ schleunigst zulegen!

Anspieltipps:

  • The Persecution Song
  • Lilith Immaculate
  • The Spawn Of Love And War

Dieser Artikel ging am um 09:00 Uhr online.
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