Pain Of Salvation - Road Salt Two - Cover
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Pain Of Salvation Road Salt Two


  • Label: InsideOut/EMI
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Pain Of Salvation ist wieder ein Gesamtkunstwerk gelungen, dessen beide Teile zusammen eine noch größere Wirkung hinterlassen als die einzelnen Alben für sich.

Die Reise geht weiter, der Weg muss weiter beschritten werden, und für Daniel Gildenlöw, den kreativen Kopf der Band, wird dieser Weg auch nicht so schnell zu Ende gehen, solange er sich und seine Musik weiterentwickeln kann. Die beiden „Road Salt“-Teile sind nicht der erste beeindruckende Beweis von Pain Of Salvation dafür, wie viele unterschiedliche Inspirationen verarbeitet werden können und in welchen großen musikalischen Veränderungen sie münden können. Progressive Metal: Fehlanzeige. Und das ist auch gut so.

„Road Salt Two“ ist keine bloße Fortsetzung von „Road Salt One“, denn all die Songs sind zur gleichen Zeit entstanden, sie bilden alle eine thematische wie musikalische Einheit, die wohl rein aus markttechnischen Gründen getrennt wurde. Na ja, ganz so einfach ist das mit der Einheit wiederum nicht, die Schweden haben sich Mühe gegeben eine gewisse Differenzierung der beiden Teile zu erreichen. So dürfen sich die Hörer die Gemeinsamkeiten zusammen puzzeln und die Unterschiede ausfindig machen. Beim Cover ist das besonders offensichtlich, zeigt aber hervorragend diesen Sachverhalt. Die Gestaltung der beiden Cover ist so gut wie identisch, aber die Hintergrundfarbe ist im Gegensatz zum weißen Vorgänger als schwarzer Kontrast gewählt.

Musikalisch war die erste Hälfte des Weges noch voller Phantasien und unbeschwerter Gedankensprünge, also sehr vielseitig, oft mit akustischen Klängen ausgestattet, aber vor allen Dingen mit geradezu verrückten und unerwarteten Einflüssen. Die zweite Hälfte wirkt viel einheitlicher, fokussierter auf das Ziel vor Augen, bluesiger und rockiger, erdiger und tatsächlich dunkler in ihrer musikalischen Beschaffenheit. Trotzdem haben die Kompositionen beider Teile den gleichen 70er Jahre Unterton, der sie zu einer Einheit zusammenschmelzt. Zu Beginn wirkt „Road Salt Two“ durch seine konsequente und stilistisch einheitliche Art weniger ansprechend, was sich verrückterweise nach einigen Hördurchgängen völlig gegensätzlich verhält. Es entfalten sich Wechselwirkungen zwischen der Instrumentierung, den vielen Hintergrundgesängen und der einmal mehr hervorragenden Gesangsleistung von Daniel, die man anfangs gar nicht erahnen konnte (z.B. in „To The Shoreline“).

Das Album wird wie ein Film mit einer kurzen Eröffnungs-Theme begonnen und mit den „End Credits“ beendet. Dazwischen befindet sich allerhand beeindruckendes von den Schlagzeugmachenschaften des aktuellen Trommlers Leo Margarit („Eleven“, „The Deeper Cut“) über sehr intensive und emotionale ruhigere Stücke („1979“, „Healing Now“) bis zu einigen Perlen, die sich der simplen Beschreibung völlig entziehen („To The Shoreline“ und „Softly She Cries“). Außerdem befindet sich mit „Mortar Grind“ wieder ein Stück von der „Linoleum“ Ep mit drauf. Eine Überraschung bietet das Album zum Ende doch noch, wenn aus dem eh schon vielseitigen Brocken „Physics Of Gridlock“ plötzlich ein französisch gesungenes Liedchen wird. Herrlich.

Leider gibt es wieder eine Limited Edition des Albums, die zwei Songs mehr beinhaltet. Was soll das, sind die Lieder nicht gut genug für die normalen Hörer oder wieso werden sie einfach eingespart bei der normalen Ausgabe? Im November und Dezember sind Pain Of Salvation zusammen mit Opeth auf Tour und erst nach der Veröffentlichung von „Heritage“ ist klar geworden, wieso diese Live-Kombination momentan so gut zusammen passt. Beide Bands kommen aus Schweden, klar, und beide waren ursprünglich im Metal verwurzelt, auch klar, aber sie frönen nun dem Rock der 70er Jahre. Irgendwie verrückt. Retro-Welle? Früher war alles besser? Wie dem auch sei, Pain Of Salvation ist wieder ein Gesamtkunstwerk gelungen, dessen beide Teile zusammen eine noch größere Wirkung hinterlassen als die einzelnen Alben für sich. Wem der erste Teil zu kunterbunt war, dem wird dieser deutlich mehr ans Herz wachsen.

Anspieltipps:

  • Softly She Cries
  • Healing Now
  • To The Shoreline
  • Eleven
  • The Physics Of Gridlock

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