Clap Your Hands Say Yeah - Hysterical - Cover
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Clap Your Hands Say Yeah Hysterical


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Hysterical“ ist dem Hörer über weite Strecken einfach gleichgültig.

So simpel der Bandname anmutet, so unkompliziert machten sich Clap Your Hands Say Yeah anno 2006 die unendlichen Weiten des World Wide Web zunutze und kreierten ihren eigenen Hype, schickten das Debütalbum (01/2006) an ausgewählte Magazine und fuhren erstaunliche Bestnoten ein. Der größte Charmefaktor war die absolut windschiefe Gesangsleistung von Mastermind Alec Ounsworth, der Songs wie „The skin of my yellow yountry teeth“ oder „Upon this tidal wave of young blood“ zu dem machte, was sie sind: Kleine, verschrobene Indie-Rocksongs, die sich einen Dreck um Hörgewohnheiten und Radiotauglichkeit scheren. Mit „Some Loud Thunder“ (01/2007) folgte bereits ein Jahr später der logische Nachfolger, der ein Mehr an allen Fronten bot, durch den Wegfall des Überraschungseffekts aber den Tritt in die Weichteile vermisste.

Ounsworth beschränkte sich anschließend erst auf sein Soloalbum „Mo Beauty“ (10/2009), bevor wieder Clap Your Hands Say Yeah-Material aufgenommen wurde, das nun unter dem Namen „Hysterical“ vorliegt. Ounsworth (Gesang, Gitarre), Sean Greenhalgh (Gitarre, Schlagzeug), Lee Sargent (Gitarre, Keyboard), Robbie Guertin (Gitarre, Keyboard) und Tyler Sargent (Bass) versuchen darauf allerdings nicht dem Rezept der ersten beiden Werke nachzueifern, sondern geben sich geschliffener, sanfter und weniger schroff als in den Anfangstagen. Die Hard-Fans wird dieser Kurs vermutlich abschrecken, machte der DIY-Faktor schließlich einen Großteil des Hörgenusses der Band aus, doch auf diese Art versucht der Fünfer anscheinend verlorene Schäfchen wieder ins Trockene zu führen, die das permanent nölende Organ von Ounsworth und die gleichgültige Produktion auf Dauer schon immer anstrengend fanden.

Diese zugängliche Ader lässt nun aber natürlich nicht nur den Überraschungseffekt vermissen, sondern auch die sonischen Reibungskräfte außen vor, was nicht anderes bedeutet, als dass „Hysterical“ über weite Strecken dem Hörer einfach gleichgültig ist. „Misspent youth“ kullert zwar noch immer ziemlich schräg um die Ecke, „Idiot“ ist funkelnder Rock mit Space-Anleihen und der Titeltrack schleift geradewegs in die nächste Indie-Disco, doch so abgedreht wie im 7 1/2 Minuten langen Albumender „Adams plane“ mitsamt furios-schiefem Pianoeinsatz ist kein Song auf „Hysterical“, was unterm Strich einfach extrem schade ist. In diesem Sinne sind langweilige Songs wie „Into your alien arms“ eben einfach öde und gewöhnliche Kompositionen wie „The witness´s dull surprise“ an Durchschnittlichkeit fast nicht zu überbieten. Herr Ounsworth, wir wollen wieder das ganze Paket und nicht irgendwelche polierten Halbwahrheiten. „The skin of my yellow yountry teeth“, Olé!

Anspieltipps:

  • Idiot
  • Hysterical
  • Adams Plane

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