The Drums - Portamento - Cover
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The Drums Portamento


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Portamento“ ist eine kleine Nummer schlechter als das Debütalbum.

Mit „Portamento” veröffentlichen The Drums bereits nach einem Jahr ihr zweites Album. Irgendwie hatte es die Band um Jonathan Pierce (Gesang, Gitarre), Jacob Graham (Synthesizer) und Connor Hanwick (Schlagzeug) trotz oder gerade wegen offensichtlicher Mängel seit der EP „Summertime!“ (2009) und dem ersten Langspieler „The Drums“ geschafft, zwischen all den 80er-Revival-Bands hervorzustechen. Wer sich von „Portamento“ jetzt großartige Veränderungen versprochen hatte, braucht sich nicht zu wundern, wenn er oder sie maßlos enttäuscht sein wird. The Drums sind doch sowieso eine Band, von der man gerne noch einmal ähnliches hören möchte.

Nämlich solche Songs wie „Let's Go Surfing“ und „Forever And Ever Amen“, in denen Sänger Pierce seine exaltierten, weinerlichen „ohs“ und „ahs“ vorträgt, die mit schrägen Gepfeife gespickt sind und in denen die Synthies schön im Stile der 80er piepen und brummen. Songs, die irgendwo zwischen Joy Division und The Smiths, so abgedroschen diese Vergleiche auch klingen mögen, ihren Ursprung haben. Genau das versucht das Trio auch auf ihrem Zweitling. „Portamento“ ist dabei jedoch weit weniger verspielt, impulsiv und aufgedreht als sein Vorgänger. Der Gesang ist nicht so schräg, die Synthies weniger auffällig, das Zusammenspiel leicht verbessert. Sicher sind die neuen Songs insgesamt auch etwas düsterer geworden. Das sonst so präsente, leichte Augenzwinkern taucht hier nur noch selten auf.

Bei der ersten Single und dem gleichzeitig besten Song des Albums scheint jedoch genau diese leichte Albernheit wieder durch: „Money“ ist mit einer Hammerhook versehen, der Gesang schreitet hoch in Falsetthöhen, darunter liegt wie so häufig der einfache Drumcomputer-Beat. Inhaltlich geht es lediglich darum, dass Pierce gerade kein Geld hat, um seiner Freundin etwas zur Wiedergutmachung zu kaufen. Ein kleines Experiment findet sich mit „Searching for Heaven”, bei welchem die sonst eher im Hintergrund spielenden Synthies das musikalische Ruder übernehmen, leider mit mäßigem Erfolg. Noch immer sind die Songgerüste sehr spartanisch und simpel ausgebaut sowie mit einem sehr dünnen Klang versehen (z.B. „Book of Revelation“). „Portamento“ ist zwar mit etwas mehr Finesse produziert und besser abgemischt, dies bringt das Album qualitativ jedoch nicht unbedingt nach vorne.

Insgesamt versuchen The Drums auf „Portamento“ alles etwas besser zu machen: Mehr Zusammenhang, bessere Aufnahmequalität, etwas erwachseneres, subtileres Songwriting, klarerer Gesang. Und genau darin liegen die Probleme des Zweitwerkes: Die rumpelnde Produktion hatte im Zusammenhang mit der häufig kindlich-naiven Ausführung der Musik und dem inhaltlichen Herzschmerz einen ganz besonderen Charme. Letztendlich ist „Portamento“ deswegen einfach eine kleine Nummer schlechter als das Debütalbum. Denn es hat sich zu wenig geändert, um wirklich hervorzustechen. Und die Dinge, die sich verändert haben, lassen die Musik weniger aufregend erscheinen, da gerade all die Fehler „The Drums“ so interessant und unterhaltsam gemacht haben.

Anspieltipps:

  • What You Were
  • Money
  • I Don't Know How to Love
  • How It Ended

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