Ladytron - Gravity The Seducer - Cover
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Ladytron Gravity The Seducer


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit Ende des letzten Jahrtausends tummeln sich die Liverpooler von Ladytron, anfangs noch von der Electroclash-Welle getragen, in der Musikszene. Schnell emanzipierte sich das Quartett um die Sängerinnen Helen Marnie sowie Mira Aroyo jedoch von einer bestimmten Szene, die ohnehin schnell wieder zerlegt war, und zelebrierten ihre Form von elektronischer Pop-Musik samt visueller Ergänzung. Von den frühen Hits wie „Seventeen“ und „Playgirl“ bis hin zu „Runaway“ oder „Tomorrow“ vom letztem Album „Velocifero“ gab es erst kürzlich eine gute Werkschau mit dem Titel „Best Of Ladytron 00-10“, welche die Eleganz in den Ohrwürmern und pulsierenden Sehnsuchtswelten der etwas anderen Fab Four prächtig zusammenfasste.

Aber nun zu „Gravity The Seducer“, dem brandneuen Werk aus dem Heimcomputer-Wunderland. Der Opener „White Elephant“ singt noch davon, die Pistolen niederzulegen, während der Anlass, sich friedfertig in den Armen zu liegen, gar nicht deutlicher sein können. Warme Sounds aus Glockenspielen und funkelnd leichten synthetischen Strukturen markieren einen tollen Einstieg in eine Platte, die vor allem von ihrer stets zarten Atmosphäre lebt und weniger die Hits in den Vordergrund stellt. Zwar ist nicht zuletzt „Ace Of Hz“ ein typisches Ladytron-Stück mit Ohrwurm-Garantie und mitreißendem Gesang, doch so ein zögerndes „White Gold“ ist in seiner Zurückhaltung und wabernden Geschlossenheit aus tragenden Synthesizer-Melodien die wahre Zuckerwatte, für die man den Vierer so liebt und die „Gravity The Seducer“ bestimmt.

Natürlich sind es die Achtziger, in denen Ladytron so unbeirrbar ihren Anker platziert haben und sie setzen keinen außerordentlich hörbaren Pfifferling auf Innovation. Doch wozu braucht es derartiges, wenn eine Fülle an großartigen Klangkörpern der leidenschaftslosen Realität standhält und der Hörer in ein Kopfkino entlassen wird, dem grandios von Barny Barnicott (Kasabian, Editors) produktionstechnisch die Krone aufgesetzt wird.

Anspieltipps:

  • White Gold
  • Ace Of Hz
  • Ritual
  • Melting Ice

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