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A Winged Victory For The Sullen A Winged Victory For The Sullen


  • Label: Erased Tapes/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

In verharrender Meditation eingebettet, legen sich nach und nach bindende Melodien aus Streichern sowie Piano frei.

Aus dem Hause des mittlerweile aus dem Status des Geheimtipps entwachsenen Labels Erased Tapes erlebt die Musikwelt mit dem Projekt von Adam Wiltzie (Stars Of The Lid) und dem amerikanischen Komponisten Dustin O'Halloran ein neoklassisches Werk. Gleichermaßen voller Ehrfurcht und Verbeugung vor den Trademarks aus mehrstöckig heranwachsenden Streicherpassagen, in sich ruhendem Pianoklang und doch stark im langgezogenen Nichts aus nur einem Ton verharrend. Mantra-artig werden so Droneklänge in tiefen Frequenzbereichen eingeschoben, um einen guten Gegenpart zu der teils euphorisierend vollmundigen Instrumentierung zu liefern, an der auch der beim gleichen Label beheimatete Peter Broderick an der Violine seinen nicht unwesentlichen Anteil hat.

Ehe man sich die ersten Hördurchgänge des selbstbetitelten Debüts von A Winged Victory For The Sullen erarbeitet hat, sind nur vereinzelt Elemente im Kopf hängengeblieben, an denen man sich orientieren kann. So zum Beispiel das schlüssig atmosphärische, in Form der lieblich emporsteigenden Streicher anschmiegsame „Requiem For The Static King Part One” und das spannungsvolle Klavierstück „Minuet For A Cheap Piano Number Two”. Vieles dazwischen ist in der Mixtur aus oberflächlich disharmonisch anmutenden Drone-Elementen und tief wabernden Synthesizern nicht sofort dem Hörerlebnis zuträglich. Dafür bricht die punktuell aufgebaute Spannung aus der orchestralen Feinschmeckerabteilung zu schnell wieder ab und überlässt das Feld einem dunklen Nichts aus Stille samt synthetischen Klangtupfern.

Doch schließlich weiß der geneigte Hörer, dass eine derartig die Grenzen aus Klassik und Ambient auslotende Platte nicht für das schnelle Vergnügen zwischendurch erdacht wurde und mit jedem Hördurchlauf mehr erschließt sich ein Kleinod aus unkonventionellem Aufbau, der Raum zum Atmen und für eigene Interpretationen lässt, dabei aber mit aufblitzenden Melodien voller Schönheit den Rahmen vorgibt. Die nötige Geduld wird bei A Winged Victory For The Sullen belohnt, wie am besten „A Symphony Pathetique“ zeigt. In verharrender Meditation eingebettet, legen sich nach und nach bindende Melodien aus Streichern sowie Piano frei. Um diese Erkenntnis reicher, ist dieses Debüt definitiv mehr, als es nach den ersten Durchläufen den Anschein macht.

Anspieltipps:

  • Requiem For The Static King Part One
  • Minuet For A Cheap Piano Number Two
  • A Symphony Pathetique
  • All Farewells Are Sudden

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