Transfer - Future Selves - Cover
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Transfer Future Selves


  • Label: Mascot Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Für alle die, die Tranfer noch nicht auf dem Schirm haben, sei eine kleine Internet-Recherche nach dem zu Recht preisgekrönten Video zu „Take Your Medicine“ empfohlen. Wer dabei Lust auf Mehr bekommt, der darf sich jetzt darüber freuen, dass mit „Future Selves“ das Debüt von Transfer hierzulande erhältlich ist, das immerhin schon ca. zwei Jahre im Kasten ist.

Future Selves bietet 10+1 kleine Indie-Perlen, die Aufmerksamkeit durchaus verdienen. In den Labelmeldungen wird die Band damit zitiert, dass neben den fünf großen Inspirationsquellen (The Beatles, Pink Floyd, Led Zeppelin, Black Sabbath und den Rolling Stones) auch die The Flaming Lips, My Morning Jacket und Arcade Fire ihren Einfluss auf den Bandsound haben. In der Selbstwahrnehmung und -beobachtung muss man den Kaliforniern an dieser Stelle eine ambitionierte, aber durchaus realistische Selbstwahrnehmung bescheinigen. Das sind natürlich große Referenzen, doch sie hier hinzuzuziehen geht letztlich in Ordnung. Die Band hat ihre Hausaufgaben gemacht und weiß die bekannten Ingredienzien des Indie-Pop mit einer guten Portion Post-Rock zu vermengen.

So gibt es hier über Rocksongs, weit ausholenden Popmelodien, psychedelischen Einsprengseln und verspielter Instrumentierung inkl. Hintergrundchören alles was der Indiewerkzeugkasten so hergibt. Das ist selten irrelevant und meistens sogar richtig gut. Hervorzuheben sind neben dem Türöffner „Losing Composure” und dem bereits genannten „Take Your Medicine” auch das treibende „The Possum“ und interessanterweise gerade auch der rockende Bonus-Track „White Horse“. Transfer scheuen sich über eine Spielzeit von 50 Minuten auch in keiner Weise vor großen Gefühlen und einem gewissen Pathos. „My Suspicious“ ist bspw. so ein Song, dem man mit seinem Drama nur wenigen deutschen Bands durchgehen lassen würde, hier aber seltsamerweise gefällt. Auch „Deerskin“ trägt mit Piano und Streichern recht dick auf. Letztlich verheben sich Transfer jedoch nur bei dem Versuch in Gospelgefilde einzutauchen („Get Some Rest“). Das ist dann doch zu viel des Guten.

Die Produktion wirkt stellenweise ein wenig entrückt, was den Songs zwar nicht wirklich schlecht steht, aber zumindest stellenweise eine seltsam unnahbare Atmosphäre hinterlässt. Alles in allem aber auf jeden Fall ein hörenswertes Debüt, das da den Weg über den großen Teich geschafft hat.

Anspieltipps:

  • Losing Composure
  • Take Your Medicine
  • White Horse
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