Vismets - Gürü Voodoo - Cover
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Vismets Gürü Voodoo


  • Label: Roy Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Vergleiche mit großen Namen sind Gang und Gebe, um junge Bands in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Vergleicht man sich allerdings mit zu großen Konstanten, kann der Schuss auch schnell nach hinten losgehen. Wenn man sich in Belgien mit dEUS vergleicht (in diesem Fall kam die Behauptung vom Manager, der ebenfalls dEUS managte und entdeckte) und diese dann auch noch eine Woche später selbst ihr neues Werk vorstellen, ist der Maßstab geradezu unmenschlich hoch. Der einzige Vorteil für die jungen Vismets ist, dass sie vorlegen können und außer einer Vorab-Single keine Konkurrenz und Maßstäbe seitens der Altmeister bekommen.

Als hätte auch bei dem belgischen Quartett diese Erwartungserhaltung für Unbehagen gesorgt, wirkt der Beginn des Albums ganz anders als „The Next Big Thing“. „Normal Life“ und auch „Dilemma“ sind zwar sofort tanzbar und bombardieren uns mit einem Teppich aus Keyboard-Klängen, doch wo hier die Besonderheiten sind, die schon dEUS ausgemacht haben, ist die entscheidende Frage. Ja, die Melodien sind treibend und wer es gerne mag, wenn es Space und Wave regnet, der trifft hier auf absolut brauchbares Material. Gerade, wenn die Prog-Fans der „Pocket Revoloution“ denken, dass die Vismets sich wohl doch eher an dem guten, aber eben kaum noch progressiven Stil des letzten dEUS-Albums orientiert haben, klatscht „Vultures Of Tronica“ den Hörer an die Wand.

Ein aggressiver Sturm wie eben dieses „Vultures Of Tronica“ lädt endlich zu der Soundreise ein, die der Manager versprochen hat. Dauerbeschallung – auch Krach genannt – mit mystischen Formeln, die den Text bilden. „Be Your Own Dog“ lässt grüßen. Jetzt lassen sich die Vismets also ihre Freiheiten. Die Ähnlichkeiten zwischen den ersten beiden Tracks wollten den Hörer nur auf die falsche Fährte locken. Zwar regiert auch in der eingängigsten Nummer des Albums „Wasted Party“ die Elektronik, doch wie hier im Stile der Kings Of Leon der Groove ausgepackt wird und mit frivolem Keyboard gemischt wird, treibt den Puls nach oben. In „Sometimes“ und dem Titeltrack bestätigen die Vismets, dass eingängiger, aber so überladener und mit Ideen gespickter Elektro-Rock ihr Ressort ist.

Durch zwei ruhige Balladen („1944 Enter The Voodoo“ und „Everything But Sound“) und das ansonsten vorherrschende Achterbahntempo wird nicht sofort deutlich, dass die Vismets im Endeffekt doch nur aus Effekten bestehen und die ganz großen Ideen noch fehlen. Die Ansätze sind besonders im treibenden „Gürü Voodoo“ zu erahnen. Sprechgesang, knackige Riffs, dann wieder Electronica und artiger Pop-Gesang. Nur wirkt das ganze innerhalb der einzelnen Lieder so komprimiert, dass einige Ideen völlig untergehen. Sei es drum. Wer kein Prog-Abenteuer erwartet, was die Jungs auch nicht abliefern wollten, der kann tanzen, bis die Nacht sich verabschiedet.

Anspieltipps:

  • GürüVoodoo
  • Wasted Party
  • Vultures Of Tronica

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