Everlast - Songs Of The Ungrateful Living - Cover
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Everlast Songs Of The Ungrateful Living


  • Label: Long Branch Records/SPV
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer die Texte nicht versteht oder nur Fragmente aufschnappt, der hat nicht viel, worüber er sich freuen kann.

Ob Erik Francis Schrody jemals geplant hat den Grammy zu gewinnen, bleibt wohl ein Geheimnis. Dass der Mann mit Künstlernamen Everlast inzwischen jedoch ein fester Bestandteil der amerikanischen Musikszene ist, ist dagegen offensichtlich. Seine Mischung aus Blues, HipHop, Country und einer Spur Rock ist so unvereinbar, wie sie in Amerika gut ankommt. Was bei anderen Musikern als von vornherein zum Scheitern verurteiltes Projekt starten würde, katapultierte Everlast in den amerikanischen Musikolymp.

Der Ruhm seiner „Put Your Lights On“-Single (mit Santana) oder „What It's Like“ ist inzwischen aber auch im Heimatland verblasst. In Deutschland hat Everlast einen ungemein schwereren Stand, da er nicht wirklich als begnadeter Musiker und für tolle Melodien bekannt ist. Everlast erzählt Geschichten von der Straße, aus dem Leben, aus den Herzen der einfachen Menschen. Da erklärt sich die Brücke zwischen Country und Hip-Hop schnell. Drogen, Arbeit und die US-Politik sind die hauptsächlichen Themen auf „Songs Of The Ungrateful Living“. Das Thema der Undankbarkeit wird in den Texten überlegt zur Schau gestellt und überzeugt durchgehend.

Das ist aber auch das große Problem für den deutschen Markt, denn wer die Texte nicht versteht oder nur Fragmente aufschnappt, der hat nicht viel, worüber er sich freuen kann. Harmloser HipHop („I Get By“), seichter Country („Long At All“) und jede Menge Mittelmaß-Blues sind das musikalisch ernüchternde Paket, das „Songs Of The Ungrateful Living“ bietet. Einzelne Lieder lassen sich leider nicht hervorheben und so spielt das Album seine Stunde angenehm im Hintergrund für jene, die den Text nicht verstehen. Bügel-, Abwasch- und Aufräummusik wollte der gesellschaftlich kritische Mann aber nicht schaffen und so verpuffen seine Botschaften hierzulande wohl leider bei den meisten Hörern.

Anspieltipps:

  • Little Miss America
  • I Get By
  • Some Of Us Pray

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