Mastodon - The Hunter - Cover
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Mastodon The Hunter


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Je nach Vorlieben wird jeder Songs auf „The Hunter“ finden, die ihm mehr oder weniger gefallen, aber das Entscheidende dabei ist, dass es keine Ausfälle oder Lückenfüller gibt.

Was wurde nicht alles über Mastodon geschrieben, wer hat sie nicht alles gelobt, die neuen Nachfolger von Metallica, die modernen Rush, bla bla bla. Dabei haben die Jungs es überhaupt nicht nötig Nachfolger von egal wem zu werden. Sie sind unglaublich kreativ, eigenständig und unverwechselbar. Ihre Musik wirkt trotz komplexer Kompositionen nie gezwungen oder gekünstelt, das ist beim neuesten Album nicht anders. Die letzten vier Alben hatten alle ein übergeordnetes Thema, nämlich die Vier-Elemente-Lehre mit Feuer („Remission“), Wasser („Leviathan“), Erde („Blood Mountain“) und Luft („Crack The Skye“). (Auch Thrice haben mit „The Alchemy Index“ jedem Element eine EP gewidmet.) Nun haben sich die vier Musiker von ihrem Konzeptalbum-Zyklus befreit und das wird auf „The Hunter“ auch schnell deutlich. Völlig frei und losgelöst präsentiert sich die Band und schüttelt unglaublich locker und lässig mal eben 13 Stücke aus den Ärmeln.

Im privaten Hintergrund war es aber alles andere als locker, denn der Gitarrist Brent Hinds musste über den Tod seines Bruders hinweg kommen, der bei einem Jagdausflug ums Leben kam, daher auch der Titel „Der Jäger“. Schon der Vorgänger „Crack The Skye“ verarbeitete unter anderem den Tod von Brann Dailors Schwester Skye, die sich mit 14 Jahren das Leben genommen hat. Brent hat sich wohl lieber in die Arbeit gestürzt als vor sich hin zu trauern. Die dabei entstandenen neuen Stücke sind kurz und bündig, dabei wie immer energiegeladen und mit vielseitigen Stilen angereichert. Die Spannweite dieser Vielfalt ist diesmal so groß wie noch nie, angefangen bei Stoner-Rock über psychedelischen Prog-Rock, Trash- und Sludge-Metal bis hin zu rockigen Halbballaden.

Nehmen wir einen Track wie „Stargasm“, das einen sensationellen Anfang hat, psychedelisch ohne Ende mit diesen schwirrenden Keyboardklängen und dem von links nach rechts verlaufenden Schlagzeuggewittern. Ein fast perfekter Song mit tollen Gesangsmelodien, wenn die Verse nicht so dissonant zum Rest wären. Der Titeltrack dafür ist eine perfekte temporeduzierte Nummer mit einem herausragenden Solo und dem wechselnden Gesang von Sanders und Hinds. Eine kleine Verschnaufpause im Zentrum des Albums, bevor es danach mit Black Sabbath-Riffs wieder schneller zur Sache geht. Mit „Creature Lives“ kommt ein sich vom Rest sehr abhebender Song vor, der erste und einzige wirklich ruhigere Song, dessen Beginn mit Gelächter und Keyboardklängen an ein Pink Floyd Tribut erinnert. Außerdem erscheint Scott Kelly in „Spectrelight“ und nicht nur sein Gesang, auch die Musik dieses Songs erinnert in vollen Zügen an seine Sludge-Metal Band Neurosis.

Je nach Vorlieben wird jeder Songs auf „The Hunter“ finden, die ihm mehr oder weniger gefallen, aber das Entscheidende dabei ist, dass es keine Ausfälle oder Lückenfüller gibt. Ein erstaunlich hohes Niveau, was die Jungs mal wieder vorlegen, genauso beeindruckend wie sie spielend einfach solch unterschiedliche Eigenschaften wie eine metallische Schlagseite, eine progressive Melange von Stilen, regelrecht ansteckende Riffungetüme und melodische Elemente vereinen. Bei 53 Minuten Lauflänge setzt dabei keine Übersättigung und keine Konzentrationsschwierigkeit ein, und dies bei solch vollgestopften Kompositionen. Momentan gibt es kaum eine Band im Metalbereich, die so konsequent und locker jegliche Konventionen in den Wind schießt und dabei den kaum überbrückbaren Spagat zwischen Komplexität und Eingängigkeit schafft. Hut ab vor den Rüsseltieren.

Anspieltipps:

  • Stargasm
  • The Hunter
  • Curl Of The Burl
  • Spectrelight

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