Ivy - All Hours - Cover
Große Ansicht

Ivy All Hours


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Beim New Yorker Trio Ivy und ihrem neuen Album „All Hours“ könnte man als unbedarfter Hörer gar an einen Newcomer denken, passierte doch schon ganze sechs Jahre nichts mehr im Hause um die französische Sängerin Dominique Durand. Gegründet haben sich Ivy 1994 und schnell etablierten sie sich in der weiten Welt von britisch beeinflusstem, träumerischem Pop, so dass bereits die Debüt-Single „Get Enough“ im Magazin Melody Maker zur Single der Woche gekürt wurde und einige Jahre später der Song „Edge Of The Ocean“ in zahlreichen Filmen, TV-Serien sowie in der Werbemusik zu finden war. Dazu gesellte man sich in das Live-Vorprogramm von den musikalisch ähnlich gelagerten Saint Etienne und weniger passend, dafür umso öffentlichkeitswirksamer, Oasis.

Schließlich liegt nun das Quasi-Comeback „All Hours“ vor, auf dem die neue Herangehensweise im Entstehungsprozess der Songs, nämlich auf Rhythmen und Texturen aufzubauen statt wie bisher mittels der Akustik-Gitarre, deutliche Züge annimmt. Bässe und Synthesizer vereinnahmen nicht nur das verträumt beschwingte „Distant Lights“, sondern das gesamte Album. Zusammen mit Durands schwebenden Vocals und psychedelischen Klanggebilden gelangen die Tracks so ohne Umschweife in die Gehörgänge, tragen den analogen Charme von frühem Electro-Pop, wie es auch Ladytron mit Vorliebe aus den Boxen schallen lassen, und tragen trotz des manchmal stagnierenden Klang- und Atmosphäre-Fundus eine lieblich faszinierende Note in sich.

Dunkler Dream-Pop, wie in „World Without You”, oder das an die Frühzeit des Britpop erinnernde, sonnig durchflutete “You Make It So Hard” sind kleine Perlen, die so seelenvoll die wärmende Hand reichen und doch die Melancholie im Herzen tragen. So auch bei beim ruhigen Beat und der tröpfelnden Piano-Melodie in „I Still Want You“, ehe danach allzu viel Mittelmaß einkehrt und erst wieder bei den letzten beiden Songs Prägnanz vorherrscht. In der Gesamtheit ist „All Hours“ von Ivy ein kerniges Stück Electro-Pop mit wunderbar sanfter wie tanzbarer Ausprägung und definitiv ein empfehlenswertes Lebenszeichen des Trios.

Anspieltipps:

  • Distant Lights
  • World Without You
  • I Still Want You
  • She Really Got To You

Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
7/10

The Click
  • 2017    
Diskutiere über „Ivy“
comments powered by Disqus