Apparat - The Devil´s Walk - Cover
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Apparat The Devil´s Walk


  • Label: Mute/AIP
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein überragendes Album ab, auf dem neben den Gänsehaut-Vocals und weitreichender Instrumentierung auch die Brüche perfekt ins Gesamtbild passen.

Hinter dem Pseudonym Apparat steckt der Musiker Sascha Ring, der nicht nur als Solo-Act die elektronische Musik der letzten zehn Jahre wesentlich geprägt hat, sondern auch mit Ellen Allien gemeinsame Sache machte. Zuletzt stand jedoch vor allem der internationale Erfolg der Kollaboration mit den Berliner Kollegen von Modeselektor als Moderat im Vordergrund, resultierend aus einem ungemein dicht erobernden Album voller Synthesizer-Pracht und einigen Hits für die Clubs. Quasi parallel zum neuen Modeselektor-Werk Monkeytown legt nun auch Sascha Ring sein nächstes Album vor, „The Devil's Walk“ betitelt und eine Verbeugung vor Percy Bysshe Shelleys Gedicht aus dem Jahr 1812.

Die Entfernung zum Dancefloor ist definitiv nochmals um einige lange Schritte vergrößert worden und so lässt sich Apparat mittlerweile im verschrobenen Dream Pop-Kontext verorten, ausgestattet mit Ukulele, Gitarre, Schlagzeug und dem immer noch wesentlichen Synthesizer. Klangtechnisch ist Apparat schon lange vielen einen Schritt voraus, doch atmosphärisch zeigt er erst jetzt, wie komplex und gefühlvoll er seine Klangwelten in Form bringt, ohne prägnante Melodien und euphorische Elemente draußen zu lassen. Allein „Song Of Los“ ist anschmiegsam antreibend wie auch prickelnd innehaltend, der Magie ihren nötigen Raum gebend. Denn magisch ist „The Devil's Walk“ allemal. Gerade durch großartigen Gesang und eine wandlungsreiche Instrumentierung, die sich zum Beispiel in „Goodbye“ samt Piano und perkussiver Abstraktion mit jedem Hören mehr entfaltet, ist die Platte mit Reizen gesegnet, welche durchaus schnell zünden, doch die wahre Pracht immer wieder neu freilegen.

Da setzt „Candil De La Calle” den gesamten Track über gefühlt zur Dancefloor-Hymne an, geht stattdessen aber in die Streicher-Eruption von „The Soft Voices Die“ über und zaudert wundervoll im fragilen „Escape“. Glaubt man, nun den straighten Beat einsetzen lassen zu müssen, überrascht Apparat mit einer weiteren Wendung, die dem Longplayer so sehr Leben einhaucht, dass genau dieses Spiel mit Vorhersehbarkeit und Erwartung zur Paradedisziplin wird. So rundet es ein überragendes Album ab, auf dem neben den Gänsehaut-Vocals und weitreichender Instrumentierung auch die Brüche perfekt ins Gesamtbild passen.

Anspieltipps:

  • Song Of Los
  • Black Water
  • Candil De La Calle
  • A Bang In The Void

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