IRA - These Are The Arms - Cover
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IRA These Are The Arms


  • Label: Golden Antenna/Broken Silence
  • Laufzeit: 31 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn es ein Bermudadreieck zwischen Oceansize, The Unwinding Hours und Mogwai gibt, dann sind Ira dort zu suchen. Gut, diese britischen Referenzen sind für die Jungs mit den Konstanzer Wurzeln vielleicht eine halbe Nummer zu groß, aber falsch sind sie deshalb noch lange nicht. Vom Klangbild her sind auch die Lokalmatadoren von Milhaven eine angemessene und relativ naheliegende Vergleichsgröße.

Auf „These Are The Arms“ gibt es gute 30 Minuten und sechs Stücke atmosphärischer Postrock, um mal auf Grund mangelnder Alternativen eine halbwegs passende Schublade zu bemühen. Da gibt es nur wenig dran auszusetzten. Gesang und Instrumentalfraktion gehen hier Hand in Hand. Bei „katapult“ oder auch im fast zehnminütigen „hydropobia“ gibt es Spoken-Word Einlagen, die aufhorchen lassen: „Die drehenden Wände anhalten/die Hände auch halten/mit einer Berührung den Beton sprengen/am Stacheldraht zerren/die Gruben ausheben/am Horizont weiter graben/die Türen von ihren Schlössern befreien/herausreißen/die Türen selbst aus ihren Angeln heben/herausreißen“ heißt es etwa in „katapult“.

Starker Tobak, der im gesungenen Gewand möglicherweise noch viel mehr Kraft entfalten könnte. Dabei ist Sänger Toby Hoffmann auf diesem Feld im Prinzip über jeden Zweifel erhaben, ist er doch ein respektierter und preisgekrönter Spoken-Word-Poet. Dennoch: Spoken-Word in der Musik ist nun einmal ein Drahtseilakt, der leichter zu verlieren, als zu gewinnen ist. Zwar ist das hier nicht wirklich peinlich, aber der Sache auch nicht unbedingt förderlich. Die nichtgesprochenen Passagen und Stücke sind im Vergleich einfach stärker.

In diesen Tagen bäumt sich der Spätsommer ein letztes Mal auf, doch der Herbst liegt bereits in der Luft und bereitet den Boden für den leicht schwermütigen Klang von Ira. Insofern ist das Timing für „These Are The Arms“ genau richtig.

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