Jackie Leven - Wayside Shrines And The Code Of The Travelling Man - Cover
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Jackie Leven Wayside Shrines And The Code Of The Travelling Man


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit 1994 veröffentlicht der schottische Singer-Songwriter Jackie Leven nahezu im Jahrestakt Musik über das Label Cooking Vinyl. Sein neuestes Werk, „Wayside Shrines And The Code Of The Travelling Man”, hat er mit seinem Gefährten und Freund Michael Cosgrave geschrieben, aufgenommen, produziert und abgemischt. „Seit den letzten paar Alben hatte ich das Gefühl, dass die besten Stücke dem kreativen Zusammenspiel zwischen mir und Michael zu verdanken sind“, begründet Leven die enge Zusammenarbeit. Neben dessen Vocals und Gitarre, die die Basis der zehn Stücke bilden, fügt Cosgrave den Songs mit Keyboard, Klavier, Trompete, Akkordeon, Percussion und Tin Whistle weitere klangliche Facetten hinzu.

Entstanden sind die Songs, wie sollte es bei einem reisenden Musiker wie Leven auch sein, auf Tour. Besonders ist allerdings, dass der Großteil der Songs in deutschen Hotelzimmern entstanden ist, so schmücken das Cover nicht nur Bilder besagter Räume, es ist auch bei jedem Titel angemerkt, in welcher Stadt er enstanden ist. Die konzentrierte Zusammenarbeit Levens und Crosdales ergibt zwar ein sehr homogenes und im Vergleich zu Alben wie „Shining Brother Shining Sister” (2003) eher ruhiges Blues-Folkalbum, welches jedoch zu keinem Zeitpunkt vollends überzeugt. Handwerklich lässt sich an „Wayside Shrines…” nicht viel aussetzen. Levens Songs sind intim vorgetragen, seine Stimme füllt angenehm warm und dezent den Raum, auch wenn der Sänger dazu neigt, dem Kitsch besonders nahe zu rücken.

Dennoch gibt es gerade bei den Arrangements Cosgrave immer wieder Momente, die unpassend wirken, wie das Keyboard im Song „Swine Flu Fever Blues“. Auch die plötzlich auftauchende Orgel von „To Live and Die in Levenland“, in der Levens Stimme untergeht und die das Lied abprubt beendet, hätte man besser einarbeiten können. Besonders schlimm ist der Sprechgesang und die seicht und sehnsüchtig dahinfließenden 80er Keyboards auf Soap-Opera Niveau im Stück „A Kiss On The Cheek“. Zum Glück gibt es da Lieder wie „Beware Soul Brother“, welches Leven für seinen verstorbenen Bruder geschrieben hat, sich fast vollständig auf den Hauptakteur verlässt und bei dem Keyboardtöne sanft im Hintergrund schwillen. Die Stimmung auf „Wayside Shrines And The Code Of The Travelling Man” ist immer verhalten, meist etwas traurig, aber nie übermäßig emotional und passt somit zu den etwas altmodischen und bodenständigen Songs. Die Lieder bieten jedoch nicht viel, woran sich der Hörer halten könnte, weshalb die 50 Minuten meist nur sehr langsam vorbei gehen.

Anspieltipps:

  • Swine Flu Fever Blues
  • Beware Soul Brother
  • Townes At The Borderline

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