Nils Frahm - Felt - Cover
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Nils Frahm Felt


  • Label: Erased Tapes/INDIGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

War es im März diesen Jahres noch die Veröffentlichung der Kollaboration mit der Cellistin Anne Müller, die den Namen „7 Fingers“ trug und die Schnittmenge aus Electronica sowie Klassik beleuchtete, so ist Nils Frahm nun wieder mit einem Solo-Album an die Öffentlichkeit herangetreten. „Felt“ heißt es und lädt dem Titel entsprechend zum Fühlen ein. Nahezu kann man auch gar nicht anders, denn die Intimität ist greifbar und ein ständiger Begleiter.

Nils Frahm dämpfte im Zuge der Aufnahmen zu „Felt“ sein Klavier ursprünglich nur aus Rücksicht zu den Nachbarn, die in der Nacht (wenn auch behutsam) nicht aus dem Schlaf gerissen werden sollten. Aus dieser Vorsichtsmaßnahme wuchs eine Leidenschaft für genau diesen Klang, die schließlich darin mündete, Mikrofone im Inneren des Klaviers anzubringen und so jedes mechanische Geräusch, jeden Atemzug des Musikers einzufangen. So leben die Klavier-Miniaturen auf „Felt“ nicht nur vor ihrer ruhenden, brüchig faszinierenden Ausstrahlung, sondern bringen die Umgebung gleich mit. Das von einem Glockenspiel ergänzte „Keep“ lädt dann gleich zu Beginn zum Schwelgen ein, während „Less“ trotz der „physisch“ greifbaren Piano-Mechanik im Hintergrund etwas orientierungslos im Niemandsland verschwindet.

Die ansonsten gekonnte Leisemalerei aus dem Hause von Nils Frahm ist eben immer ein schmaler Grat, wenn sie nur einzelne Töne und weniger das Zusammenspiel dieser in den Vordergrund stellt. So bleibt „Felt“ hinter der ebenfalls diesjährigen Anne Frahm-Gemeinschaftsarbeit zurück, solange nur Skizzen und Fragmente aus den Boxen klingen. Großes, mitreißendes Gefühlskino am Piano bestaunt der Hörer jedoch auch, unter anderem nachzuvollziehen in „Familiar“ und „More“, dem fulminanten Abschluss, welcher zeigt, was möglich gewesen wäre.

Anspieltipps:

  • Keep
  • Familiar
  • Old Thought
  • More

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