Björn Berge - Blackwood - Cover
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Björn Berge Blackwood


  • Label: Dixie Frog Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

„Blackwood“ ist ein Album mit einer spezifischen Stimmung, die zum großen Teil vom Lieblingsinstrument des Norwegers vorgegeben wird.

Norwegen ist nicht gerade für seine heißen Sommer bekannt, umso mehr wundert es zu hören, dass aus diesem Lande ein Musiker daherkommt, der dem Blues verfallen ist. Bjørn Berge heißt der Mann und ist im Grunde ein Singer/Songwriter mit Hang zum Blues, ein Virtuose an der Gitarre, der sein Können nicht exzessiv unter Beweis stellt, sondern vielmehr gezielt einsetzt. Wie sollte er auch sonst den Blues authentisch rüber bringen, wenn er sich lediglich der Griffbrettraserei widmen würde?! Er begeistert durch die Adaptation des Stils von Robert Johnson, indem er seine eigene Begleitung spielt, was bedeutet sein rechter Daumen beschäftigt sich mit den Basssaiten und dem Rhythmus während seine anderen Finger die Melodie spielen.

„Blackwood“ ist ein Album mit einer spezifischen Stimmung, die zum großen Teil vom Lieblingsinstrument des Norwegers vorgegeben wird, der 12-saitigen Gitarre. Wir haben es mit bluesigen, also gefühlvollen und warmen Kompositionen zu tun, die aber auf eine skandinavisch kalte und präzise Art wiedergegeben werden. Zum einen die warme und tiefe Stimme von Bjørn, zum anderen die metallische Kälte des akustischen 12-Saiters, denn dieser ist nicht mit Nylon- sondern Metallsaiten auf der hohen Skala ausgestattet. Im Booklet sagt Bjørn selbst zu seiner Musik „Ich habe zwar nie unter der sengenden Sonne der Dixie-Plantagen gearbeitet, aber ich kann ein Lied von der Kälte auf den Bohrinseln an stürmischen Tagen singen“. Genau dieses Gefühl beschleicht einen beim Hören des Albums.

Von den elf Songs auf „Blackwood“ sind neun aus Berges Feder, wobei auch die beiden Cover „Going To Brownsville“ und „Woodstock“ absolut dem Stil der restlichen Songs angepasst wurden. Es wechseln sich immer lebhaftere mit ruhigeren Songs ab, so dass trotz des durchgehenden akustischen Charakters, oft lediglich der Mann mit seiner Akustikgitarre, nie Langeweile oder gar ein Spannungsabfall auftritt. Der erste Song „In & Out“ ist mit Gitarre, Banjo, Synthesizer, Bass und Persussion für die Verhältnisse sogar besonders reich instrumentiert. Das Album strotzt vor vielen guten Songs, egal ob die ins Ohr gehende Single „Accused“ mit schnellen, coolen Slide-Einlagen auf der Gitarre, das lebhafte, rockige und instrumentale „Blackwood“ oder ruhige Songs, wie das mit vielen Flageoletttönen geschmückte „Woodstock“ und die mit Saxophon dezent untermalte Ballade „Once Again“.

„Blackwood“ ist ein sehr charmantes „unplugged“-Album, bei dem die Produktion absolut stimmt und somit alle Nuancen des Gitarrenanschlags zu Tage befördert werden. Auch Norweger fühlen den Blues!

Anspieltipps:

  • Once Again
  • Accused
  • Blackwood
  • Woodstock
  • Blues For One

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