Alin Coen Band - Einer Will Immer Mehr EP - Cover
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Alin Coen Band Einer Will Immer Mehr EP


  • Label: Pflanz einen Baum/WEA
  • Laufzeit: 26 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Viel fröhlicher und energetischer“ präsentiert sich die Alin Coen Band nach ihrem Erstling „Wer bist Du?“ (08/2010), das mit einem 90. Platz in den deutschen Charts mehr als nur einen Achtungserfolg hinlegen konnte. Die Zutaten Folk, Jazz und Pop in Kooperation mit authentischen und emotional berührenden Texten trafen anscheinend mitten ins Herz der Singer/Songwriter-Fangemeinde, die in den letzten Jahren mit einheimischen Vertretern wie Philipp Poisel („Bis Nach Toulouse“, 08/2010) oder Gisbert zu Knyphausen („Hurra! Hurra! So Nicht.“, 04/2010) ohnehin schon ziemlich verwöhnt wurde.

Für einen gelungenen Nachschlag sorgt nun die programmatisch betitelte EP „Einer will immer mehr“, die genau dort weiter macht, wo das Debüt aufgehört hatte und darüber hinaus viele neue Facetten eröffnet, die enorme Vorfreude auf einen vermutlich in 2012 erscheinenden, zweiten Longplayer schürt. „Lust zu schreiben spüre ich vor allem dann, wenn Leidensdruck da ist. Ich bin schon so ein Sensibelchen“ räumt Alin ein, während der Titeltrack diese Aussage bestens mit seinen Herzschmerz-Thema in Pathosoptik mit Fuzz-Gitarre und rhythmisch eingängiger Melodie unterstreicht. Subtil ist das mit Sicherheit noch immer nicht, doch schon „Wer bist Du?“ lebte vielmehr von seiner direkten Ader anstatt verworrene Konstrukte anzubieten und bezog daraus seinen unvergleichlichen Charme. Mit „Einer will immer mehr“ werden wir lediglich Zeuge von der Evolution dieses Rezepts.

„Andere Hände“ ist zum Beispiel die musikalische Inkarnation von Trennungsschmerz, die nicht nur in den Texten, sondern auch in der brüchigen, mit Wehmut aufgeladenen Stimme Alins und den begleitenden Moll-Akkorden der Gitarre greifbar wird, während „Hol mich ein“ deutlich schwungvollere Seiten aufziehen lässt, die warme Ästhetik der Band in vollen Zügen genießt und bereits nach der zweiten Strophe zum Mitsingen animiert. „Steps“ und „Sep song“ fungieren dafür als in Englisch gehaltene Durchschnittsware, die sich entweder nicht wirklich traut („Steps“) oder viel zu andächtig durch den Raum schwirrt („Sep song“). Mit „Segelflieger“ bauen Alin und ihre Band noch ein mystisch-vernebeltes Instrumental ein, bis „Ich war hier“ wie schon der Titelsong das Konzept des Folk-Pop Quartetts perfektioniert und die EP mit großen Gesten zu einem einnehmenden Finale führt. Die Aktien für die Alien Coen Band standen jedenfalls nie besser.

Anspieltipps:

  • Ich war hier
  • Andere Hände
  • Einer will immer mehr

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