Alice Cooper - Welcome 2 My Nightmare - Cover
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Alice Cooper Welcome 2 My Nightmare


  • Label: Spinefarm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Alice Cooper ist mit „Welcome 2 My Nightmare“ leider gehörig über das Ziel hinausgeschossen.

Lange mussten die Alice-Cooper-Fans auf ein neues Studioalbum des Hardrockers aus Detroit warten. Das bis dato letzte Werk „Along Came A Spider“ (07/2008) hat immerhin schon mehr als drei Jahre auf dem Buckel und war wie schon die vorhergegangenen Longplayer der Nullerjahre keine echte Großtat. Alice Coopers großen Erfolgen in den späten 80er („Trash“, 1989) und frühen 90er Jahren („Hey Stoopid“, 1991) konnten somit keine weiteren hinzugefügt werden. Inzwischen wird es langsam Zeit, dass der Erfinder des Schockrocks mit durchweg starken neuen Songs aufwartet, denn auch ein Eintrag in Rock’n’Roll Hall of Fame oder ein Stern auf dem Walk of Fame können irgendwann verblassen.

Nach einer ellenlangen Phase von Ankündigungen und Verschiebungen meldet sich Alice Cooper (63) nun in Form der Fortsetzung des Rock-Klassikers „Welcome To My Nightmare” (1975) zurück. Viele alte Weggefährten haben Cooper bei der Entstehung geholfen. Zum Beispiel sein langjähriger Songwriting- und Produzentenpartner Bob Ezrin (Kiss, Pink Floyd, Jane´s Addiction, Aerosmith), der auch den Vorgänger vor über 35 Jahren betreut hat. Dazu gesellen sich u.a. Michael und Keith Nelson von Buckcherry, Desmond Child (Bon Jovi, Aerosmith, Kiss, Scorpions), Filmkomponist Jeremy Rubolino sowie Pop-Sternchen Ke$ha (!).

Doch wer anhand der Kollaborateure darauf gehofft hatte, dass Alice Cooper den Geist seiner großen Zeiten wieder beleben könnte, sieht sich bereits nach wenigen Songs getäuscht. So kommt der Opener „I am made of you“, obwohl über fünf Minuten lang, nicht über den Status eines unnötig in die Länge gestreckten Intros hinaus, was ja noch verschmerzt werden kann. Doch was sich danach auf kompositorischer Ebene ergibt, kommt über weite Strecken einem Offenbarungseid gleich.

Verpackt in einem auf 70er-Jahre-Standards getrimmten Sound legt Alice Cooper erschreckend schwache Singalongs („Ghouls gone wild“, „I gotta get outa here“), mit Streichern ausgeschmückte Gähn-Balladen („Something to remember me by“) und verkrampft auf Atmosphäre bedachte Rock-Öperchen („When hell comes home“) vor. Aber das ist noch nicht alles. Was Trash-Popsongs wie „Disco bloodbath boogie fever“ und „What baby wants“ bewirken sollen, muss uns der Meister mal erklären! Etwa dass sich die Kids wieder für Alice Cooper interessieren sollen? Niemals!

So bleibt die traurige Erkenntnis, dass Alice Cooper mit „Welcome 2 My Nightmare“ leider gehörig über das Ziel hinausgeschossen ist und eine der merkwürdigsten Songsammlungen seiner Karriere abgeliefert hat, an der kaum etwas zusammenpassen will. Schade, aber überflüssiger geht es nimmer!

Anspieltipps:

  • The underture
  • What baby wants
  • I’ll bite your face off
  • We gotta get out of this place

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