Samiam - Trips - Cover
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Samiam Trips


  • Label: Hopeless Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Man muss hier jetzt sicher nicht die große Gerechtigkeitsdebatte führen, aber so ganz fair ist es aber nun mal nicht, dass es nach wie vor Künstler gibt, die sich ihre ideenloses Songs von anderen schreiben lassen, diese mehr oder weniger lustlos vortragen und dabei mehr Geld verdienen, als sie jemals ausgeben können, während es andererseits Bands wie Samiam gibt. Klar, Samiam haben durchaus einen gewissen Szenestatus und sind etablierter als tausende Kellerbands, die niemals auf einer größeren Bühne stehen werden. Trotzdem ist das altgediente Emo-Punk-Quintett auch nach über 20 Dienstjahren und Großtaten wie „Clumsy“ und „Astray“ weit davon entfernt, einen ähnlichen Erfolg für sich zu verbuchen wie alte Weggefährten wie Bad Religion, Blink 182, oder Green Day.

Die monatlichen Rechnungen können von der Musik wohl nur schwerlich bedient werden und müssen durch „echte“ Jobs ausgeglichen werden. Aufgrund dieser Umstände und der fünfjährige Funkstille nach dem durchwachsenen letzten Studiosilberling „Whatever's Got You Down“ ist es umso überraschender, dass die Band nun mit „Trips“ ihren Hut doch noch einmal in den Ring wirft und dabei glücklicherweise wieder eine gute Figur macht.

Aufgenommen wurde das neue Album im Green Day-Studio Jingletown, wobei das glücklicherweise kein Omen für die Qualität der Songs ist, denn diese übertrumpfen die der Studioeigner allemal. Die Rezeptur der Songs ist dabei wohl bekannt und frei von Überraschungen. Dicke Gitarren, rumpelndes Schlagzeug und treibender Bass. Wie eh und je ist es dabei aber vor allem das vor Herzblut und Melodie nur so strotzende Engagement von Sänger Jason Beebout, dass das Tüpfelchen auf dem „i“ ausmacht.

Nicht neu, aber trotzdem gut! Songs wie „How Would You Know“, „Crew Of One“ oder „El Dorado“ erinnern daran, wofür sich das ewig junge 3-Akkorde-Geschrammel lohnt. Da wird das heimische Wohnzimmer schnell zum verschwitzten Rockclub und man kann nicht anders, als vor Freude die Fäuste in die Luft recken und zum „Ohohooo“ der Backing-Vocals einstimmen. Daran können auch ein paar Shalali-Shalala-Lückenfüller wie „Free Time“ oder „Magellan“ nicht viel ändern. Willkommen zurück!

Anspieltipps:

  • How Would You Know
  • Crew Of One
  • El Dorado
  • Clean Up The Mess
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