Jools Holland - Jools Holland And Friends - Cover
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Jools Holland Jools Holland And Friends


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 79 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ohne übertreiben zu wollen, hat sich Jools Holland mit diesem Album ein kleines Denkmal gesetzt.

Was haben Bono, Herbert Grönemeyer und The Baseballs gemeinsam? Außer dass es sich um ausnahmslos erfolgreiche Musiker handelt, dürften die Stilrichtungen und Ansätze dieser drei viel verschiedener nicht sein. Aber eine Sache gibt es da noch, die sie verbindet. Sie alle sind schon in einer Show bei einem gewissen Jools Holland aufgetreten. Dieser Holland ist in seiner Heimat England bekannt dafür, die Größen der Musikwelt ins Zentrum des vereinten Königreichs zu locken. Dazu ist er immer wieder gerne mit seinem Rhythm & Blues Orchestra unterwegs. Entweder auf Tour oder im Album. Und auf Album hat Holland seinem Motto getreu geklotzt und über ein Dutzend Gäste für sein neues Album singen lassen, das Sinn gemäß „Jools Holland & Friends“ heißt.

„Zombies machen alles besser“, schien die Devise Hollywoods in den letzten Jahren gewesen zu sein. Holland antwortet in der Musik ähnlich, ersetzt Zombies mit Orchester und liefert ein farbenfrohes Feuerwerk an Klängen ab, das von Soul über Rock und Blues bis zur Chanson-Ballade alles mitbringt. „Horse To The Water“ eröffnet das Album fast schon zu vorsichtig. George Harrison erfreut zu einer einfachen Nummer mit seiner Stimme und zeigt die ersten Anzeichen des Könnens des Orchesters mit Holland an den Tasten. Was danach gerade in schnellen Stücken passiert („Seventh Son“ mit Sting oder Ruby Turner in „The Informer“) ist bis hin zur Nummer der Baseballs („Ba-Ba Boo-Boo Into Your Heart“) ganz großes Kino. In Synthesizer getränkte Ohren, die ihr Heil sonst in den Charts hören, werden Hammer, Amboss und Steigbügel nicht trauen, doch Holland rockt mit seinen Gästen nach alter Schule und das nicht zu knapp.

Für Unwissende ist allein schon der Fakt, dass Sting noch Rock’n‘Roll drauf hat oder Bono verwegen in „If You Wear That Velvet Dress“ Frauenherzen erobert genug, um sich diese Silberling auch im eigenen Wohnzimmer anzutun. „Wohin Die Liebe fällt“ mit Valerie oder Ina Müller mit „Übers Meer“ dürften zur Völkerverständigung beitragen, wenn deutsche Texte zu Musik erklingen, die wie eine Symbiose aus Vera Lynn und Marlene Dietrich wirken. Berührende Balladen, kecker Pop und Rock aus vergangenen Dekaden sorgen allein schon für grinsende Grimassen unter der Hörerschar. Ein Extra-Schmunzeln verdienen die Auftritte der Pop-Größen wie Tom Jones trotzdem und runden ein rundum unterhaltendes Programm ab. Ohne übertreiben zu wollen, hat sich Jools Holland mit diesem Album ein kleines Denkmal gesetzt.

Anspieltipps:

  • The Informer
  • If You Wear That Velvet Dress
  • Mabel

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