Example - Playing In The Shadows - Cover
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Example Playing In The Shadows


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Was in den letzten zwei Jahren in Elliot Gleaves Leben passiert ist, scheint wie im Märchen zu sein. Der Engländer gehört zu den Neuentdeckungen der Clubszene und hat sich einen Namen gemacht, der inzwischen in einem Atemzug mit David Guetta genannt wird. Ein nicht immer zweifelsfreier Ruf, der sich an den poppigen Wurzeln des Künstlers Example festmachen lässt. Hebende Hände, bebende Körper und eine überraschend große Prise Oldschool scheinen das Geheimrezept des Briten zu sein.

Skies Don't Lie zeugen nur bedingt vom anhaltenden Hype um Drum'n'Base oder Dub Step. Anstattdessen darf man sich auf eine Mischung aus Electro und Techno freuen, die nur bedingt auf Dub Step zurückgreift. Dass Example meint, er müsse plötzlich erwachsen werden, passt nicht unbedingt zum Klientel in den meisten Clubs. Das Durchschnittsalter bleibt brav eingefroren, was bedeutet, dass frisches Blut in die Läden geschwemmt wird, die nur bedingt daran interessiert sind, ob sich durch Liebe etwas ändert („Changed The Way You Kiss Me“) oder in melancholischer Romantik schwelgen wollen („The Way“). Example reduziert sich keinesfalls auf eine Party, die von Hip-Hop-Einschüben und viel Electro lebt, der oft versucht nach Trance zu klingen.

Wer auf Trance aus ist, wird Example für Standardwerke wie „Natural Disaster“ oder „Never Had A Day“ nicht vergöttern, aber nein sagt man zu dieser Musik auch nicht. Wirklich interessant werden Examples Ausflüge in die Dub-Step-Gefilde, wie der Titeltrack, der zwischen harmlos und fast schon Core schwankt. Ein nettes, aber unentschlossenes Projekt. Wer echten Dub Step möchte, der hält sich an die Szene. Zu sehr biedert sich Example hier an, auch wenn der kommerzielle Erfolg ihm Recht geben zu scheint.

Elliot Geaves scheint schlichtweg den richtigen Moment für seinen Sound gefunden zu haben. Denn sein Gesang, seine Arrangements und seine Einflüsse ergeben nichts Neues, wirken solide harmonisch und gehen leicht ins Blut über. Dort anrichten tun sich allerdings nicht allzu viel, wenn die Stimmung eines Clubs und mehrere hundert Dezibel einen nicht auf die Tanzfläche zwingen. Besonders reine Pop-Balladen („Anything“, „Microphone“) sorgen für Verwirrung, wen Example mit seiner Musik eigentlich ansprechen wollte. So unbeständig wie die Charts gibt sich das neue Album und wird wohl genau deswegen erfolgreich.

Anspieltipps:

  • Midnight Run
  • Playing In The Shadows
  • Natural Disaster

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