Twin Sister - In Heaven - Cover
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Twin Sister In Heaven


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit MGMT ist verquaster Synth-Pop wieder en mode. Bands wie Dead Letter Dept. erfreuen sich größter Beliebtheit unter Kritikern und Owl City schafft es mit der nötigen Ohrwurmmelodie auch in die Top20 der Charts. Synthesizer müssen nicht immer bedeute, dass ein Keyboard in Gothic-Rock-Manier klingt, als würde es im Jahr 1984 stecken geblieben sein. Ein weiterer Beweis für den angenehmen Ambiente-Pop gibt Twin Sister, bestehend aus Andrea Estella (Gesang), Eric Cardona (Gitarre, Gesang), Gabel D'Amico (Keyboard, Gitarre, Bass), Bryan Ujueta (Keyboard, Schlagzeug, Gitarre) und Udbhav Gupta (Keyboard). Die Affinität zum Keyboard in dieser Band endet natürlich in Samples „künstlicher“ Musik.

Twin Sister scheinen zum Paradebeispiel für Pop zu gehören, der verpasst hat, dass Pop für populär steht. Das Quintett versucht zu keinem Zeitpunkt den Massen zu gefallen, sondern setzt den Kritikerliebling-Weg der Color Your Life EP fort. Dezent angesetzte Elektronik mit Ambient-Gesang, der weder mit klaren Noten, noch mit Ausdrucksstärke zu überzeugen versucht. Die Klanglandschaft ist einfach da und umgibt den Hörer. An den meisten Menschen wird diese Musik einfach vorbeifliegen. Es ist wie auf einer Party, wenn die Musik im Hintergrund so unauffällig ist, dass ein guter Klingelton die Stimmung an sich reißen kann. Kritiker werden sich nach Nummern wie „Daniel“ oder „Bad Street“ gepflegt die Lippen lecken und die Virtuosität der Nummern anpreisen, doch am Ende stehen da ein paar sehr hübsch gestaltete Songs, die niemanden mit auf eine Reise nehmen wollen.

Der Stein des Anstoßes fehlt auf „In Heaven“. Das Album wird seinem Titel in der Hinsicht gerecht, dass es über den Dingen zu stehen scheint und das Irdische hinter sich lässt. Wer es schafft aufzusatteln und auf den Soundsphären der US-Amerikaner zu schweben, der wird auch garantiert seinen Spaß haben, aber wenn nicht gerade der Pop das Ambiente ein wenig beiseite schiebt wie in „Spain“. Dieses Bindeglied aus Ambiente und Pop sucht man bei den meisten Liedern vergebens. Das ist im strengen Sinne keine Kritik, da man die Twin Sisters auch als Ambiente-Band einstufen könnte. Aber auch dafür scheint die Mischung zu unausgegoren. Zu aufdringlich für Ambiente und zu unzugänglich für Pop. Twin Sister sind eher im Purgatorium als im Himmel. Den Weg heraus führt ein Schritt Weg von der Kunst zum Mainstream oder andersherum, aber so ist „In Heaven“ nicht das ersehnte Sahnetörtchen unter all den Doughnuts im Kühlregal. Es liegt ganz woanders.

Anspieltipps:

  • Daniel
  • Spain
  • Eastern Green

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