My Brightest Diamond - All Things Will Unwind - Cover
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My Brightest Diamond All Things Will Unwind


  • Label: Asthmatic Kitty/SOULFOOD
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Feinfühlige und doch ausformulierte Arrangements aus der Feder einer eigenständigen Künstlerin.

Shara Worden ist nicht nur der multiinstrumentale Kopf hinter ihrem Projekt My Brightest Diamond, sie agierte auch schon mit Sufjan Stevens und wandte sich im Vorfeld des neuen und dritten Albums „All Things Will Unwind“ an die legendäre Experimentalkünstlerin Laurie Anderson. Als wäre es noch nicht genug der Inspiration, die auch auf den bisherigen Werken „Bring Me The Workhorse“ sowie „A Thousand Shark's Teeth“ ihre Erlösung in engelsgleich wandelnden Songs, veredelt von der Stimme Wordens und der innigen Interpretation von Indie-Pop, fand. Ein Hauch Kammermusikalität samt festlich anmutender Eleganz macht aus „All Things Will Unwind“ ein Kleinod, dem man bevorzugt im Herbst seine Ohren schenkt, aber doch eigentlich keine Jahreszeiten als Limitierung kennt.

Im spielerisch trabenden Opener „We Added It Up“ gesellen sich zu den Flöten, Streichern und Duellen von Shara Worden mit ihrem lieblich schüchternen Männerchor an der Grenze der Harmonielehre stehende Vocals, die sich zumindest stellenweise zu viel zutrauen. So lauscht man im weiteren Verlauf andächtig den Tönen der Sängerin und ist immer wieder erstaunt, als Beispiel fungiert unter anderem „Reaching Through To The Other Side“, wie knapp Shara der windschiefen Tonlage entrinnt. Nun, es gleicht einem Wiedererkennungswert, bricht doch aber zumindest gelegentlich den Zauber eines mit Klassik- sowie Oper-Elementen interagierenden Indie Pop-Entwurfs.

Wiederholt treten märchenhaft schimmernde Klangreisen durch altertümliches Instrumentarium ans Tageslicht und schenken dem Album somit seine unwirkliche Atmosphäre, welche aber eben auch den Reiz an „All Things Will Unwind“ ausmacht. My Brightest Diamond breiten die Decke aus, in der sich der Hörer nur noch fallen zu lassen braucht und bieten genügend Fixpunkte, an denen der Hebel umgelegt wird, indem das Zurücklehnen zum Selbstgänger wird. Im Verlauf der Platte mittig angesiedelt, rückt „Be Brave“ mit Opulenz etwas aus der innigen Haltung heraus, ehe „She Does Not Brave The War“ bei den Stärken dieses Albums andockt: Feinfühlige und doch ausformulierte Arrangements aus der Feder einer eigenständigen Künstlerin.

Anspieltipps:

  • We Added It Up
  • Escape Routes
  • Be Brave
  • She Does Not Brave The War
  • Everything Is In Line

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