Thomas Godoj - So Gewollt - Cover
Große Ansicht

Thomas Godoj So Gewollt


  • Label: SPV Recordings
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Staffel für Staffel werden in der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ die nach Erfolg und Promi-Dasein dürstenden (oft weniger) musikalischen Sänger/innen von Dieter Bohlen und Mannschaft glattgebügelt, bis im Normalfall nur noch ein Häufchen Elend übrig bleibt oder im vermeintlichen Optimalfall eine vorgefertigte Karriere, in der die Früchte vor allem der berechnende Songschreiber erntet. Wenn der Erfolg länger als bis zum obligatorischen Debütalbum anhält, ist es schon außergewöhnlich. Im Falle der Show-Ausgabe im Jahr 2008 und ihrem Gewinner Thomas Godoj, der schon vorher mit seinen Bands durch die Lande getourt ist, setzte eine durchaus eigenwilligere Komponente ein, denn das Albumdebüt „Plan A!“ vom authentischen Schmuserocker Godoj schoss sich nicht mit dem Korsett von Dieter Bohlen ins eigene Bein, vielmehr vertraute der Musiker sich selbst und ausgewählten Partnern. Bereits nach zwei Wochen heimste es Gold ein und auch der Nachfolger „Richtung G“ ließ es sich nicht nehmen, gleichermaßen befreit wie erfolgreich zu punkten.

Der dritte Longplayer „So Gewollt“ steht nun in einem ganz ähnlichen Licht: Nachdenkliche und charismatische Texte über die Unwegbarkeiten des Lebens, des Liebens und der Gewissheit, das es doch immer weiter geht, treffen auf pop-rockige Arrangements, solide Musikalität und die Stellung als Underdog, dem trotz des rauen Alltags die zarte Seite nicht abhanden gekommen ist. Sozialkritisch tönt „Niemandsland“ aus den Boxen, kernig im Rock beheimatet und trotz der stimmigen Kombination ist der Kinderchor im Hintergrund ein Element, das so vorbelastet wie unnötig ist. Doch das sind wie die nicht immer sattelfesten Texte Randnotizen auf einem Album, dem die Bodenständigkeit und gute Kost aus radiofreundlichem Rock genügt.

„Dächer einer ganzen Stadt“ erzählt vom Gefühl schwereloser Glückseligkeit und tut mit seiner Euphorie alles dafür, so auch beim Hörer anzukommen. Auf einer ähnlichen Grundlage basiert „Herzblut“, welches Kindheitserinnerungen mit einer packenden Mischung aus Ohrwurm und jede Menge packender Energie vermengt, ehe „Vermisst Du nicht irgendetwas“ Midtempo-Rocker und Halb-Ballade in einem ist. Das geht direkt ins Ohr und hat genügend Dichte, um dort zu verweilen. Thomas Godoj musiziert und textet auf seinem dritten Album in einer Qualität, die Spaß macht und quasi nebenbei die Gewissheit verbreitet, trotz „DSDS“-Vergangenheit nicht schon bald im musikalischen Nichts zu landen. Wenn es dann noch frisch und geistesgegenwärtig zugeht, wie auf „So Gewollt“, dann ist das schon ein echter Glücksfall.

Anspieltipps:

  • Niemandsland
  • Dächer Einer Ganzen Stadt
  • Herzblut
  • So Gewollt

Neue Kritiken im Genre „Pop“
8/10

Reservoir
  • 2017    
7.5/10

Rainbow
  • 2017    
Diskutiere über „Thomas Godoj“
comments powered by Disqus