Lo! - Look And Behold - Cover
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Lo! Look And Behold


  • Label: Pelagic/CARGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Core-Anhänger aufgepasst. Um genauer zu sein: Hardcore. Lo! Moshpits aller Welt aufgepasst. Australien hat schon mit Wolfmother bewiesen, dass es auch auf dem abgeschotteten Kontinent zu Kreativergüssen der Extraklasse kommen kann. Mutig ist das Debüt der Band „Look And Behold“ betitelt. Da stellt sich bei manchen die Frage nach Selbstüberschätzung und Größenwahn, doch im heutigen Geschäft muss man schließlich irgendwie auf sich aufmerksam machen. Viel Zeit zum darüber nachdenken hat man allerdings nicht, da nach verquertem 1-Minuten-Intro nur noch geshoutet und gebrettert wird, als ob es kein Morgen gäbe.

Lo! legen gleich los und sorgen schon mit „Deluge (Carnivorous Flux“ dafür, dass es nicht schwerfällt, rasende Mengen bei Live-Konzerten vorzustellen. Auch auf dem Silberling in der Anlage kommt die Musik mit ordentlich Wumms dahinter aus den Boxen und die Kanten der Musik offenbaren sich – gewollt – an vielen Stellen. Bis zur letzten Minute des Albums wird dem Programm kein Abbruch getan. Es gibt immer gleich von der ersten Sekunde an die volle Packung. Die Aggressivität der Lieder liegt nicht einfach nur in der Luft – nein – sie springt den Hörer geradezu an.

Dabei schaffen die Jungs aus Australien auch den Balanceakt, nicht zu gleich zu klingen. Selbst der Laie erkennt, dass zwischen „Aye, Commodore“ und „Indigo Division“ Welten liegen. Von psychedelischem Metal wird immer wieder aufgedreht, sodass die Schlagzeugschläge in der Minute kaum mitzuzählen sind. Negativ fällt lediglich auf, dass in den psychedelischen Passagen der Druck der Lieder immer wieder verloren geht und das Gewaber der Töne den Hörer nirgendwo hin zu bringen scheint. Ziellosigkeit in den Klängen eines Liedes kann zwar ein Stilmittel sein, doch auch bei mehrmaligem Hören ergibt sich für den Hörer nichts aus den Ruhepausen, die sich die Band gönnt. Gewollt, aber nicht gekonnt mysteriös geben sich diese Stellen, wobei man sich erwischt, wie man ungeduldig auf den Nägeln kaut, bis das nächste, kräftige Riff auftaucht.

Auch wenn die Lieder sich voneinander abheben können, muss man festhalten, dass „Hath“, „Seraphim“ und „Doth“ als Instrumentalnummern ziemlich überflüssig sind und somit gerade mal sieben Tracks bleiben, die zwar auf kurze Dauer für Dauerfeuer sorgen, durch das fehlende Material und Quantität aber leiden. Dass die Songs auf „Look And Behold“ gut geraten sind, will niemand bestreiten. Allerdings sind sie auch keine Meisterwerke, die sich immer wieder hören lassen. So schwindet der Vorteil der gepriesenen Abwechslung ganz schnell dahin. Wer damit leben kann und wieder frisches Hardcore-Futter braucht, der greift zu!

Anspieltipps:

  • Deluge (Carnivorous Flux)
  • Aye, Commodore
  • Bastion

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