Lotta Wenglén - Thanks For Your Generous Donations! - Cover
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Lotta Wenglén Thanks For Your Generous Donations!


  • Label: Margit Music/Broken Silence
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Bis vor kurzem war Lotta Wenglen außerhalb der schwedischen Staatsgrenze ein unbeschriebenes Blatt. Um genau zu sein, ist sie das immer noch, doch mit ihrem fünften Album „Thanks For Your Generous Donations!“, das europaweit veröffentlicht wird, soll sich diese traurige Tatsache ändern. Das Einzige, was Wenglen bei der Eroberung Europas wirklich stören kann, ist sie selbst. Die Europa-Debütantin ist in Schweden nämlich längst eine gestandene Künstlerin und mit eigenem Label und jeder Menge Experimentierlust erwartet den Hörer mit „Thank You For Your Generous Donations!“ ein komplexes Pop-Album, das nicht einmal entfernt versucht liebliche Ohrwürmer und Chartstürmer zu produzieren.

Die Neu-Mutter sagt selbst, wie sehr die veränderten Lebensumstände sie beeinflusst haben. So entstand in kürzester Zeit ein Potpourri aus verschiedensten Einflüssen. Auch wenn der Auftakt des Albums mit dem Dreierpack „Be Strong“, „Endless“ und „Fucked Up“ uns mehr oder minder konventionelle Singer/Songwriter-Pop-Kost vorgaukeln möchte, kommen spätestens mit „Ginger“ Ausflüge in Drums-lastige Country-Terrains und auch ein „Stitch Me Up“ hat mehr von melodischem Punk-Pop als sonst etwas. „Go Cat Go“ versinkt in Blues und Jazz und kommt als nachdenklicher Ruhepol heraus, wogegen die Indie-Pop-Songs wie die Eröffnung oder das anschließende „Trot“ nur bedingt gegensteuern.

Die Mischung der verschiedenen Stilrichtungen auf dem Album zeigt Entdeckungsgeist, der leider keine großen Melodien zurücklässt. Lotta Wenglen beschrieb den Prozess um dieses Album wie einen Tornado von dem sie mitgerissen wurde. Das gleiche Gefühl macht sich beim Hörer breit und von einem Moment wird man von psychedelischem Instrumental („Carefree“) in skandinavischen Spaßpop („Crucial“) geworfen. Dieses Auf und Ab lässt keine Fixpunkte, sodass man schnell den Überblick verliert, ob das Album gerade an Spannung zunimmt oder ruhiger zu werden versucht.

Eine garantiert spannende Musikreise bleibt, die es schwer macht, sich mit ihr zu identifizieren. Auch wenn der Indie-Pop überwiegt lebt das Album von den Unterschieden innerhalb des eigenen Musikkosmos. Abgesehen davon, dass einige Stücke nicht gleich zünden wollen und auch das Gesamtbild eher einem interessanten, unaufgeräumten Wohnzimmer gleichkommt, statt einer wohl erdachten Komposition, ist Lotta Wenglen eine Wahl für unkonventionelle Geister, die auch nach der Melodie suchen, statt sie nur auf dem Silbertablett serviert zu bekommen.

Anspieltipps:

  • Crucial
  • Insane
  • Stitch Me Up

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