Sep7ember - Strange Ways Of Going Home - Cover
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Sep7ember Strange Ways Of Going Home


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit 2007 ist die aktuelle Besetzung des Frankfurter Quintetts Sep7ember um den charismatischen Sänger Boris Pillmann im Geschäft und erspielte sich vor allem durch zahlreiche Live-Auftritte den Status von Lokalhelden. Es folgte eine EP im Eigenvertrieb, ehe schließlich erst Mitte 2011 beim Label SPV der Plattenvertrag unter Dach und Fach gebracht wird. Doch, was soll auch die Eile, wenn der Hörer es nun mit einem gewachsenen Rock-Sound zu tun bekommt, dem die lange Probezeit sehr gut getan hat. „Strange Ways Of Going Home“ legt ein Zeugnis davon ab und ist für den internationalen Vergleich bestens gerüstet.

Schon im Opener treten die typischen Trademarks von Sep7ember in den Vordergrund, die da eine druckvolle Rhythmus-Sektion, melodische wie kernige Gitarren und der ungemein hypnotisch packende Gesang wären. Soweit nichts Besonderes, aber eben tight bis ins Mark und gut produzierter Rock, der im Radio genauso wie im Club funktioniert. Die Antwort auf alle Herzchenshirts-Träger, wie die Band es selber formuliert, ist „I Hate NY“, gleichermaßen erste Single aus dem Album und dementsprechend plakativ. So richtig schlau wird man aus dem Text nicht, kommt er doch in Bezug auf all die Dinge, die Hass verdienen, einerseits ironisch rüber, ohne dort wirklich intelligent zu punkten. Nunja, Sep7ember wollen nicht in die Literatur einsteigen und rocken viel lieber hymnisch, wie in „Run“, wo der Refrain den melancholischen Mittelpunkt liefert, ansonsten aber doch zu schlicht Pop/Rock der Marke Standard fabriziert wird.

Das geht besser, denn allein „One Thing“ holt Sep7ember wieder auf die Zielgerade. Gradlinig wird dort gerockt, bis ins Mark melodisch, beherzt und wieder mit tollen Hooks an Gitarre und Gesang ausformuliert. Eine wahre Freude, weitere Kaliber dieser Sorte auf „Strange Ways Of Coming Home“ zu hören. Solange nämlich der Rock mit bratenden Gitarren, robuster Rhythmus-Arbeit und der vereinnahmenden Stimme nach vorn geht, bleibt es hochwertig. Halb-Balladen a la „Gods Are Laughing“ hätten sich die Jungs dagegen sparen können, doch das sind zu verschmerzende Ausnahmen eines selbstsicheren Einstands auf Album-Format.

Anspieltipps:

  • View Into Blur
  • One Thing
  • Rocket To Somewhere
  • Remaining Days

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